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Alvesröder Kutschfahr-Saison endet mit Sternfahrt zum Klostergut Wülfinghausen

Der Rausch der Langsamkeit

Alvesrode. Sie ist das Juwel unter den Ausfahrten der Reit- und Fahrgemeinschaft Alvesrode: die herbstliche Reise der Kutschengespanne. Zum Abschluss des Vereinsjahres ging es per Sternfahrt zum Klostergut Wülfinghausen.

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VON REINHOLD KRAUSE

Mitglieder und Freunde des Vereins waren eingeladen, entweder mit eigenen Gespannen oder als Mitfahrer teilzunehmen. Aber auch Gäste aus anderen Reit- und Fahrvereinen sind bei diesem herbstlichen Vergnügen dabei. Die Mitglieder des Vereins sind nicht nur in Alvesrode beheimatet, sondern stammen auch aus anderen Springer Ortsteilen.

Und so machten sich aus Völksen, Eldagsen und der Kernstadt Pferdefreunde mit ihren Gespannen auf die Reise, um gegen Mittag auf dem Klostergut einzutreffen. Vorzugsweise auf Wald- und Feldwegen zogen die Kutschen ihre Spur. Fast lautlos ging es voran, nur das Getrappel der Hufe in den Ohren. Unterwegs ästen Rehe, in Sichtweite aber doch mit gebührendem Abstand, auf den Wiesen und abgeernteten Feldern. Weit in der Ferne zogen Vogelschwärme, Gänse und Kraniche gen Süden.

Mit allen Sinnen die Natur genießen, das kann man vorn auf dem Kutschbock oder hinten auf der Bank richtig gut. Der Rausch der Langsamkeit, das Gefühl, irgendwann doch anzukommen, überwältigt jeden Teilnehmer. Fred Schulz, Mitglied im Vorstand der Reit- und Fahrgemeinschaft, informierte während der Fahrt über einige Besonderheiten. So haben nur die Alvesröder auf der Verbindung zwischen dem Forsthaus Mühlenbrink an der Landesstraße 461 und dem Forsthaus Jägerhaus nahe der Holzmühle das Wegerecht. Das heißt: Für alle anderen bleibt das Tor verschlossen, sie müssen mit ihren Kutschen den Umweg um den Elmschen Bruch machen, um zur Holzmühle zu gelangen. Doch Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel: Da es sich um einen Alvesröder Verein handelt, durften am Sonntag auch deren Mitglieder aus anderen Springer Ortsteilen die Schranke passieren. Allerdings: Für die Wegenutzung zwischen Jagdschloss und Wisentgehege, Kaiserallee eingeschlossen, muss auch der Verein jährlich Wegegeld bezahlen.

Das Forsthaus Mühlenbrink dient an diesem Vormittag als erster kleiner Treffpunkt. In einer Kolonne fahren die Kutschen an der Mauer entlang Richtung Holzmühle. Quer durch den Saupark geht es – und unterhalb des Mühlenbrinks weiter auf dem Holzmühlenweg.

Immer mehr Kutschen sind auf den Wegen in der Feldmark zu erkennen, alle mit dem gleichen Ziel. Nach und nach füllt sich das Gelände auf dem Gut mit den verschiedensten Fahrzeugen: Insgesamt 18 Kutschengespanne mit fast 60 Personen haben an dieser herbstlichen Ausfahrt teilgenommen. Einspänner, Zweispänner und auch Dreispänner mit unterschiedlichen Pferderassen, ob Friesenpferde, Ponnys oder Kaltblüter, für sie war auf dem Hof erst einmal Station.

Abends

wird es noch gemütlicher

Decken werden über die Tiere gelegt, denn auch Pferde schwitzen und müssen vor Erkältungen geschützt werden. Jetzt war Zeit für Begrüßung, Fachsimpelei und Stärkung. Ein Teilnehmer spendiert Schmalzbrote und gegen einen geringen Obolus gibt es warme und kalte Getränke. Nach der Rast fahren die Gespanne auf direktem Wege wieder zu ihren Ställen, um sich am Abend auf Garves Hof in Alvesrode zum noch gemütlicheren Teil des Tages zu treffen.

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