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Nikolay neuer CDU-Fraktionschef / Ratsvorsitz: Kohlenberg will gegen Gniesmer antreten

Der Mann der deutlichen Worte macht‘s

Springe. Dieses Mal gab es niemanden, der ihm überraschend den Posten noch streitig machte. Drei Jahre nach einem vergeblichen Anlauf, bei dem er schließlich Wilfried Baxmann den Vortritt ließ, ist Wilfred Nikolay am Montagabend einstimmig zum neuen Vorsitzenden der CDU-Ratsfraktion gewählt worden. Der Altenhägener beerbt Jürgen Kohlenberg – den die Christdemokraten wiederum gegen Volker Gniesmer (SPD) ins Rennen um den Ratsvorsitz schicken wollen.

Erfolg im zweiten Anlauf: Wilfred Nikolay führt ab November die CDU-Fraktion im Stadtrat. Er gilt als gradliniger Politiker, der
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Erinnerungen an den Oktoberabend des Jahres 2008, der später noch für böses Blut zwischen den Konkurrenten sorgte, hätten bei seiner neuerlichen Kandidatur keine Rolle gespielt, so Nikolay gestern: „Das ist schon so lange her.“ Der 61-jährige Altenhägener hat in den vergangenen Jahren im Rat immer wieder deutliche Worte gewählt – gerade, wenn es ums Sparen ging. So war Nikolay ausgesprochener Gegner des „Springer Konjunkturpakets“, mit dem die Stadt vor zwei Jahren die Zuschüsse des Bunds aufstockte – unter anderem, um damit das Schulzentrum Süd zu sanieren.

Er sei jetzt auch aus pragmatischen Gründen angetreten, sagte Nikolay der NDZ: „Friedrich Woltmann hätte das genauso gut gekonnt.“ Doch der gescheiterte Bürgermeisterkandidat habe sich aus beruflichen Gründen dazu entschieden, nicht anzutreten, erklärte gestern Parteichefin Anette Henkels.

Sie, Woltmann und Kohlenberg fungieren künftig als Stellvertreter hinter Nikolay. Dass Kohlenberg hier künftig in die zweite Reihe rutscht, überrascht kaum: Er hatte im Vorfeld immer wieder betont, nicht am Fraktionsvorsitz zu hängen und nur im Notfall wieder antreten zu wollen.

Ob er nun aber an die Spitze des Rats rückt, ist offen – denn SPD und CDU sind in dem Gremium künftig stimmengleich. Es könnte also gleich zu Beginn auf die sieben Grünen-Ratsmitglieder ankommen. Die Partei hatte zwar gerade erst verkündet, Gniesmers Ambitionen auf den Bennigser Bürgermeisterposten nicht zu unterstützen – ob sie ihn quasi als Entschädigung jetzt zum Ratsvorsitzenden wählt, ist fraglich.

Die alte und wohl auch neue Fraktionschefin Elke Thielmann-Dittert erklärte gestern, keinen der beiden Kandidaten zu bevorzugen: „Ich erwarte, dass bei der Konstellation die anderen auf uns zukommen – und sich etwas einfallen lassen.“

Offen ist indes auch, wer ab November den CDU-Stadtverband mit seinen gut 300 Mitgliedern führt. Henkels hatte schon vor Monaten ihren Rückzug erklärt – und auch der Stellvertreterposten von Torsten Luhm steht im kommenden Monat zur Neuvergabe. Ebenfalls vakant: die Ämter des Schriftführers sowie ein Beisitzerposten. Gewählt werden soll bei der Mitgliederversammlung am 17. November. Bei so viel Veränderungen tut ein bisschen christdemokratische Kontinuität ganz gut: Neuer und alter Fraktionsgeschäftsführer ist seit Montag Christoph Rohr.



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