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Beim Jubiläumskonzert verkündet der Gesangverein Bennigsen seine Auflösung – nach 150 Jahren

Der letzte Ton

Bennigsen. Rückläufige Mitgliederzahlen und fehlender Nachwuchs ließen schon seit Langem im Gesangverein Bennigsen Befürchtungen um den Fortbestand des Chores aufkommen. Irgendwie ging es immer weiter – doch jetzt läuteten im Vorstand die Alarmglocken, weil auch die wirtschaftlichen Belange des ältesten Bennigser Vereins in arge Schieflage gerieten. Ausgerechnet nach dem Jubiläumskonzert zum 150-jährigen Bestehen machte der Vorstand die Entscheidung der Mitglieder öffentlich: Der Chor löst sich auf.

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Autor:

Wolfgang Kratzin

Die am 13. März 1863 als Männergesangverein „Orpheus“ gegründete Singgemeinschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten viele Freunde gewonnen – umso größer war die Überraschung und die Enttäuschung, als der Vorsitzende Karl-Friedrich Rose den Konzertbesuchern im ausgebuchten Saal der Gaststätte Schwägermann die Botschaft überbrachte.

Zum Abschied verstärkte sich der Chor unter Leitung von Sabine Nauber noch einmal mit der Kantorei und dem freundschaftlich verbundenen Männerprojektchor St. Martin.

Bei dem Auftritt übernahmen Magdalene Döling (Querflöte) sowie Kostyantin Buryan (Bajan), Preisträger vieler internationaler Akkordeonwettbewerbe, wirkungsvoll die Umrahmung des ausdrucksstarken und emotionsgeladenen gemischten Chorgesangs.

Den Schwerpunkt bei der Programmzusammenstellung hatte Sabine Nauber sowohl auf volkstümliche Weisen von Franz Liszt und Johannes Brahms, aber auch auf das gern gehörte „Abschied vom Walde“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy und auf die „Launige Forelle“, die Spielart einer Komposition von Franz Schubert, gelegt.

Gut angenommen wurde am Schluss ebenso das Volkslied „Abend wird es wieder“, für das Hoffmann von Fallersleben den Text geschrieben hat. Überaus passend zur Vereinsauflösung trugen die Sänger als Zugabe das Schifferlied „Es löscht das Meer die Sonne aus“ vor.

Das Duo Döling/Buryan gefiel mit dem 2. Satz aus der Klaviersonate C-Dur von Brahms mit dem Volkslied „Verstohlen geht der Mond auf“. Buryan glänzte mit seiner Solopartie aus Gioacchino Rossinis „Barbier von Sevilla“. Als scheidender Sänger des Gesangvereins tröstete Ortsbürgermeister Hartmut Rieck sich und die übrigen Chormitglieder mit der Feststellung: „Zum Glück können wir im Kirchenchor weiter den Gesang pflegen!“



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