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Runder Tisch gibt Gas: Noch im Mai soll feststehen, ob Springe eine Gesamtschule bekommt

Der IGS-Express

Springe. Jetzt geht alles ganz schnell: Innerhalb der nächsten Wochen will die Stadt klären, ob Springe ab dem Schuljahr 2014/15 eine Integrierte Gesamtschule bekommt. Gut zwei Jahre nach dem Scheitern der ersten Elternbefragung soll sich im kommenden Monat eine zweite anschließen. Dieses Mal sind die Hürden niedriger.

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Dem Kompromiss, den CDU, SPD und Grüne bereits hinter den Kulissen vereinbart hatten (NDZ berichtete), schloss sich am Montagabend auch der Runde Tisch Schule an: Die Verwaltungsvertreter, Politiker und Schulleiter entschieden, eine IGS ohne Oberstufe einzurichten – wenn die neue Elternbefragung ein entsprechendes Ergebnis liefert.

Dabei steht noch gar nicht offiziell fest, welche Kriterien gelten. Der Landtag berät heute über Details. Erste Signale deuten aber darauf hin, dass – wie von SPD und Grünen angekündigt – dieses Mal eine Vierzügigkeit reicht. Die Stadt müsste durch die Befragung demnach statt für fünf nur noch für vier IGS-Jahrgänge genügend Schüler nachweisen. Statt 120 positiver Rückmeldungen pro Jahrgang wären nur noch 96 nötig.

Ein Blick auf die Zahlen der ersten Befragung zeigt: Auch mit den neuen Kriterien wäre die IGS damals gescheitert. Zwar hätten der erste (110) und der dritte Jahrgang (98) die Grenze übersprungen – im Gegensatz zum zweiten Jahrgang (90) und zum letzten Kita-Jahr (94) – doch das wäre nicht genug: Alle vier befragten Gruppen müssen über den entscheidenden Wert gelangen.

Der jetzt am Runden Tisch beschlossene Zeitplan sieht vor, alle betroffenen Eltern am Montag, 6. Mai, um 19 Uhr zu einer Infoveranstaltung ins Schulzentrum Nord einzuladen. Dort will die Stadt Details zum Konzept einer Integrierten Gesamtschule vorstellen – aber auch darüber informieren, dass mit dem Start einer IGS keine Schüler mehr an Haupt- und Realschule aufgenommen würden. Beide Einrichtungen würden dann auslaufen und nach Verabschiedung des letzten Jahrgangs geschlossen.

Etwa sieben bis zehn Tage nach dem Info-Abend will die Verwaltung die Fragebögen versenden. Die genaue Formulierung der Frage hatte vor zwei Jahren für ordentlich Zoff in den Ratsfraktionen gesorgt. Dieses Mal, so Fachbereichsleiterin Dagmar Wiese-Cordes, habe sich der Runde Tisch verschiedene Musterbeispiele angesehen und sich schließlich für eine Variante entscheiden – und zwar eine neue.

2011 lautete die Frage noch: „Würden Sie Ihr Kind auf eine Integrierte Gesamtschule in Springe schicken?“ Die neue Version: „Wo würden Sie Ihr Kind nach der Grundschule anmelden – im dreigliedrigen Schulsystem mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium oder an einer IGS?“ Gleichzeitig solle aber betont werden, dass in Springe das Gymnasium in jedem Fall erhalten bleibt, so Wiese-Cordes. Wie berichtet, streben die Beteiligten eine enge Kooperation von IGS und OHG an.

Sollte die Elternbefragung erneut scheitern, hat der Runde Tisch noch keinen Plan B in der Tasche. „Dann müssen wir uns noch einmal zusammensetzen und weitersehen“, so Wiese-Cordes. In jedem Fall will das Gremium die Ergebnisse der Befragung im Juni detailliert auswerten, noch vor den Sommerferien. Nicht infrage kommt nach Angaben der Stadt übrigens eine dreizügige IGS. Die bislang vom Land formulierten Ausnahmeregelungen treffen laut Wiese-Cordes auf den Standort Springe nicht zu.

Demnach gelten die Sonderregeln entweder für spätestens zum neuen Schuljahr eröffnete Einrichtungen. Dazu kommen Orte, von denen aus andere Gesamtschulen „unter zumutbaren Bedingungen“ nicht erreichbar sind – soll heißen: Sie liegen weiter weg als anderthalb Stunden pro Weg. Die nächste IGS von Springe aus steht jedoch schon in Hameln. Und auch der dritte Punkt ist nicht anwendbar: Eine dreizügige IGS müsste das einzige Angebot der Sekundarstufe I am Ort sein.



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