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Ein Jahr nach Eröffnung der neuen Verbindung nach Mittelrode prozessieren Stadt und Baufirma immer noch

Der Eldagser Brückenstreit

Eldagsen/Mittelrode. Eine Brücke soll verbinden – in diesem Fall die Nachbarorte Eldagsen und Mittelrode. Eine Brücke kann aber auch trennen – wenn sie in den Mittelpunkt eines zähen Rechtsstreits rückt: Ein Jahr nach der Eröffnung der neuen Verbindung über die Haller streiten Stadt und Baufirma immer noch über den Preis für das Bauwerk.

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VON CHRISTIAN ZETT

„Das Gerichtsverfahren läuft“, sagt der städtische Finanz-Chef Gerd-Dieter Walter. Es habe bereits Ortstermine gegeben, zuletzt sei ein Gutachter aktiv geworden. Dabei mutet der Hintergrund des Streits auf den ersten Blick kurios an: Denn die beauftragte Firma wollte beim Bau eine für die Stadt günstigere Technik nutzen – durfte aber nicht.

Grob gesagt: Es geht offenbar um das sogenannte Rammen der Brückenträger – also das Einbringen in den Boden. „Aus unserer Sicht ging aus der Ausschreibung hervor, dass die teurere Variante die einzig mögliche war“, sagt Walter. Dabei sei es unter anderem um Sicherheitsaspekte gegangen.

Teure Technik?

Nur, wenn es mehr Geld gibt

Die Firma sah das offenbar anders – und begann zunächst, die günstigere Technik anzuwenden. Dabei sah man sich offenbar durch die Ausschreibung abgesichert – denn diese habe ein solches Vorgehen zumindest nicht ausgeschlossen. Als die Stadt das Unternehmen aufforderte, die teure Technik zu nutzen, willigte dieses ein – aber nur, wenn auch mehr Geld als ursprünglich vereinbart fließen würde.

Das Geld war ohnehin immer so eine Sache beim Bau der Brücke: Die zunächst kalkulierte Summe von 350 000 Euro für die bis zum Neubau 14 Monate lang gesperrte Verbindung stieß auf Kritik in der Politik. Ratsmitglieder forderten die Prüfung günstigerer Varianten – lenkten aber letztendlich doch ein. Dann kam die Ausschreibung. Und die Stadt verkündete zufrieden, sie habe „mehrere zehntausend Euro“ sparen können. Doch das vermeintlich günstige Angebot wurde zum Bumerang: Durch den Rechtsstreit traten zunächst Bauverzögerungen auf. Und je nach Ausgang des laufenden Prozesses muss die Stadt am Ende vielleicht draufzahlen.

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