weather-image
27°
Vorstandswechsel bei der Eltern-Kita: Lange Warteliste und mehr Projekte mit Senioren

Den Krümeln schmeckt‘s

Springe. Die Kinderzahl fast verdoppelt, das Personal aufgestockt, die Kooperation mit dem Seniorenzentrum läuft: Die Elterninitiative „Deisterkrümel“ hat sich gut ein Jahr nach ihrem Umzug auf dem Diakonie-Gelände an der Jägerallee eingelebt. Heute wird bei der Jahresversammlung der neue Vorstand gewählt: Heike Seedorff geht nach drei Jahren; Vorsitzende soll Lauren Welliehausen werden.

270_008_6655558_deisterkruemel_diakoniezentrum.jpg

Autor:

VON CHRISTIAN ZETT

Es war ja ein Frühjahr voller Emotionen für Seedorff und ihre Mitstreiter: Zunächst verkündete die Stadt, die Politik habe hinter verschlossener Tür die von den Deisterkrümeln geplante Erweiterung von 10 auf 18 Plätze abgelehnt. Dann ruderte die Verwaltung zurück, genehmigte den Ausbau doch. Inzwischen sind alle neu geschaffenen Plätze an der Jägerallee vergeben – und nicht nur das: Auch zwei Stellen sind entstanden; eine Heilpädagogin und eine Sozialassistentin kümmern sich zusätzlich zur pädagogischen Leitung um die Mädchen und Jungen. Die Heilerzieherin betreut ein Kind mit Integrationsbedarf. Mit einer Sondergenehmigung des Kultusministeriums darf sie aber auch Erziehungsstunden in der Gruppe absolvieren.

Die Nachfrage sei ungebrochen, sagt Seedorff: „Wir haben schon wieder eine lange Warteliste. Manchmal melden sich die Eltern vor der Geburt ihres Kindes.“ Einige Eltern, die im Frühjahr wegen der unklaren Erweiterungsentscheidung zunächst abgesprungen waren, sollen in absehbarer Zeit zu den Deisterkrümeln kommen. Ausweiten würde die Einrichtung gerne ihre Öffnungszeiten am Nachmittag: „Das ist aber finanziell schwierig für uns.“ Momentan schließt die Kita um 13.30 Uhr; danach steht eine zusätzlich zu zahlende Tagesmutter zur Verfügung: „Bislang ist die Nachfrage aber nicht da“, sagt Seedorff.

Ein zentrales Projekt ihres neuen Standorts würden die Deisterkrümel gerne weiter ausbauen, sagt die scheidende Vorsitzende: Es geht um die Kooperation mit dem Diakoniezentrum, um die Begegnung von Jung und Alt, die hier jeden Tag neu stattfindet. Einmal pro Woche essen Senioren und Kinder gemeinsam, einmal im Monat gibt es ein Turnprogramm für alle Altersgruppen. Vorlese-Oma und Vorlese-Opa kommen regelmäßig in die Gruppe. Auch gebastelt wird an der Jägerallee gemeinsam. Noch nicht umgesetzt ist das Ziegengehege, bei dem sich Senioren und Kinder gemeinsam um die Tiere kümmern sollen.

Für den Nachwuchs aus der Kindertagesstätte ist der Umgang mit den älteren Menschen zur Normalität geworden, weiß die pädagogische Leiterin Cristin Forslund: „Rollator und Rollstuhl fanden sie am Anfang interessant, jetzt fällt ihnen das gar nicht mehr auf.“

Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare