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Heiliger Brunnen: Initiative wagt neuen Anlauf mit 21 000 Euro teurer Umgestaltung

Den Bach freilegen

Völksen. Gut drei Monate nach dem Scheitern des ersten Anlaufs will die Bürgerinitiative „Wasserforum“ es noch einmal wissen: Sie hat neue Pläne für die Umgestaltung des Heiligen Brunnens vorgelegt. Die Macher reagieren damit auf den Widerstand eines Anliegers, auf dessen Grundstück sich Teile der historischen Anlage befinden. Die neue Variante ist 2000 Euro teurer als die alte.

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VON CHRISTIAN ZETT

21 000 Euro soll es nun kosten, ab Sommer die seit Jahren vernachlässigte Schöpfstelle aufzupäppeln. Die Quelle, deren Ursprünge ins 15. Jahrhundert zurückreichen, soll unter anderem eine neue Treppe bekommen. Von der Region erhofft sich die Bürgerinitiative einen Zuschuss in Höhe von etwas mehr als der Hälfte der Kosten; maximal sollen 11 400 Euro nach Völksen fließen.

Ziel ist laut Antrag, die „Enge der Schöpfstelle“ zu beseitigen. Die momentan um die Ecke geführte und marode Treppe soll durch einen längeren, geraden Neubau ersetzt werden. Um die Optik zu verbessern, soll außerdem der als Überlauf genutzte Bach „Beeke“ auf einer Länge von vier Metern freigelegt und mit einem Kiesbett aufgehübscht werden. Auch einen Klangeffekt wollen die Macher so erzielen: Das Plätschern des Wassers soll besser hörbar sein.

Trotz allem soll die Quelle schlicht aussehen; mit Treppen und Mauern aus gelbgrauem Sandstein. Nach hinten und links kommt ein neuer Zaun. Aus Sicherheitsgründen werden außerdem am Auslaufrohr der Beeke und an der Treppe Gitter beziehungsweise ein Geländer angebracht.

Grüner als vorher soll der Brunnen ebenfalls werden: Hinter der Schöpfstelle sollen eine Kugellinde sowie Stauden gepflanzt werden – als „grüne Kulisse“, wie es in dem Antrag heißt. Ergänzt wird der Aufbau mit einer kleinen Informationstafel.

In der alten Variante war zusätzlich geplant, die Quelle an der Zisterne durch eine Sitzgelegenheit aufzuwerten. Am Bohlweg sollten zwei neue Bäume einen Schatten auf die Quelle werfen. Aufgewertet werden sollte das Arrangement außerdem durch einen breiteren Bürgersteig, einen Findling – und ein Lebensgefühl: der Brunnen an der Linde, an dem man sich im kühlen Schatten trifft.

Doch viele der Vorhaben musste das „Wasserforum“ kippen, nachdem ein Nachbar protestiert hatte. Wegen der Grundstücksverhältnisse hätte er dem Umbau zustimmen müssen. Er habe nichts dagegen, wenn sich im Sommer Leute Wasser von der Schöpfstelle holen, versicherte der Mann gegenüber dieser Zeitung. Auch eine Verschönerung des Brunnen lehne er nicht ab – „in bestimmten Grenzen“.

Die Initiative entschloss sich schließlich zum Neuanfang: Sie zog ihre Pläne und ihren Antrag zurück und überarbeitete sie. Aus den ursprünglichen 19 000 Euro wurden jetzt 21 000 Euro Baukosten bei einer leicht höheren möglichen Fördersumme. Den eigenen Anteil will das „Wasserforum“ aus der Vereinskasse und durch Spenden sicherstellen. Auch der Ortsrat beteiligt sich an dem Projekt. Übrigens wird der Steuerzahler ebenfalls zur Kasse gebeten: Die Stadt kommt aus eigenen Mitteln für die Verkehrssicherungspflicht, die Pflege und den Unterhalt der Anlage auf.

Für die Bürgerinitiative ist bei der Umgestaltung nicht nur die geschichtliche Bedeutung des Brunnens entscheidend: Auch die gute Qualität des Wassers sei „immer im Bewusstsein der Völksener Bevölkerung“ gewesen – und inzwischen durch ein Gutachten des Versorgers Purena offiziell bestätigt. Jeder Bürger kann sich dort – nach historisch verbrieftem Nutzungsrecht – mit Handgefäßen bedienen.

Der Ausschuss für Naherholung bekommt den Antrag aus Völksen am Dienstag, 29. April, auf den Tisch. Die endgültige Entscheidung über den Zuschuss aus Fördertöpfen des Projekts „Gartenregion“ fällt danach im nichtöffentlichen Regionsauschuss.



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