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BUND will Mitspracherecht bei Wald-Planungen vor dem Verwaltungsgericht durchsetzen

Deister-Streit: Naturschützer verklagen Forst

Springe (zett). Die Landesforsten planen im Geheimen – und der Naturschutz könnte leiden. Das zumindest sagt der Bund für Umwelt- und Naturschutz. Er verklagt das Unternehmen vor dem Verwaltungsgericht Hannover auf Mitspracherecht. Konkret geht es um zwei Schutzgebiete im Großen und Kleinen Deister. Die Landesforsten zeigen sich „geplättet“ und weisen die Vorwürfe zurück.

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„Ein erfolgreiches Unternehmen mit einem Jahresumsatz von rund 113 Millionen Euro“ – so beschreiben sich die Landesforsten auf ihrer Internetseite. „Es geht da nicht nur um Naturschutz und Erholung – sie müssen schwarze Zahlen schreiben“, sagt Referatsleiterin Marita Wudtke vom BUND. Sie und ihre Mitstreiter wollen, dass die Landesforsten Details zur Holznutzung und zu Schutzmaßnahmen offenlegen. Und: Sie wollen an der Erstellung der Managementpläne beteiligt werden, die alle zehn Jahre gebietsweise erfolgt.

In der Klage geht es um je eine Schutzzone im Großen und eine im Kleinen Deister, sogenannte Flora-Fauna-Habitate. Für den BUND hätte eine Klage Signalwirkung für künftige Planungen – man wolle „ein Exempel statuieren“, so Wudtke.

Die Forsten hätten den Wunsch nach Mitwirkung „wiederholt abgelehnt“. Da an den Plänen aber bereits gearbeitet wird, hat der BUND die Klage mit einem Eilantrag eingereicht. Man bedauere sehr, „dass die Landesforsten sich weigern, Transparenz über ihr Handeln“ herzustellen“, so Wudtke weiter. Erfolgsaussichten erhofft sich der Bund für Umwelt und Naturschutz auch mit Blick auf andere Bundesländer. Die Aufstellung der Pläne erfolge überall unter breiter Beteiligung – nur nicht in Niedersachsen. Man brauche jedoch einen Einblick – etwa, um beurteilen zu können, „wo in den Schutzgebieten noch wertvolle alte Baumbestände erhalten sind und wieweit geplant ist, sie zu fällen“.

Landesforsten-Sprecher Joachim Hansmann zeigte sich gestern überrascht und enttäuscht von der Klage. Man habe guten Kontakt zu allen Naturschutzverbänden – doch der BUND tue so, „als wenn durch unser geheimes Wirken die Natur in Gefahr wäre“. Dass der Verband bislang nicht an den Plänen beteiligt werde, habe zeitliche Gründe: „Dann kommen wir irgendwann an einen Punkt, an dem Waldwirtschaft nicht mehr möglich ist.“ Eine Beteiligung könne höchstens über die Naturschutzbehörde – in diesem Fall die Region – erfolgen. Die verlangten detaillierten Daten gingen außerdem „in den Bereich der Betriebsgeheimnisse“.



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