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Gegner und Befürworter der Bebauung geraten aneinander / Bauflächenkataster gefordert

Deisterkessel sorgt bei der SPD für Diskussion

Springe (mari). Die Frage, ob am Hamannsbruch ein neues Wohngebiet entstehen soll, spaltet die SPD. Ein Teil der Mitglieder möchte sich an die Spitze der „Bürgerinitiative gegen die Deisterkessel-Bebauung“ stellen, das andere Lager warnt vor einem Schritt in genau die falsche Richtung.

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Den Anstoß für die Diskussion – die bei der mehr als dreistündigen Hauptversammlung des SPD-Ortsvereins im Fritz-Hinze-Haus in Alvesrode breiten Raum einnahm – gab der Vorstand selbst. Er hatte einen Antrag formuliert, über den die Mitglieder beschließen sollten. Das Thema: Springe brauche ein Bauflächen- und Leerstandskataster, damit die Kommunalpolitik künftig verlässliche Zahlen habe, ob und wo neue Baugebiete benötigt werden. Das Kataster solle von der Stadtverwaltung erstellt werden.

Der ehemalige Ratsherr Uwe Lampe nutzte die Gelegenheit, um auf die „Bürgerinitiative für eine nachhaltige Stadtentwicklung in Springe“ (Biss) hinzuweisen. Eines ihrer Hauptziele ist, die weitere Bebauung des Deisterkessels zu verhindern. Lampe unter Zustimmung etlicher Mitglieder: Die SPD als Volkspartei solle auf die Bürger zugehen und sich an die Spitze der Bewegung stellen.

Rudolf Bennecke aus Alvesrode widersprach vehement. Es sei dem Bürger nicht vermittelbar, warum die SPD ein Neubaugebiet ablehne und gleichzeitig ein anderes in Bennigsen umsetzen wolle. Bennecke wörtlich: „Wenn wir auf die Biss-Schiene mit draufgehen, ist das ein Biss in den Hintern.“

Zustimmung erhielt er von Ortsratsmitglied Jörg Gassl: „Das ist Wahnsinn, dass wir uns gegen das Baugebiet entscheiden wollen. Das geht gar nicht.“ Auch der Chef des SPD-Ortsvereins, Eberhard Brezski, lehnte eine klare Position pro oder contra „Biss“ ab. Schließlich sei das Baugebiet ein Wunsch der SPD-Ortsratsfraktion. „Und ich werde hier keine Ortsratsbeschlüsse infrage stellen. Wenn Ihr das nicht wollt, müsst Ihr Euch jemand anders suchen.“

Der Antrag wurde – bei sechs Gegenstimmen – an die Fraktion weitergegeben, die ihn überarbeiten soll. „Das ist lächerlich. Jetzt haben wir das Ding verschaukelt“, war Mitglied Adolf Kitsch sauer. Lampe sprach von einem Unding und einem merkwürdigen Demokratieverständnis: „Die Fraktion entscheidet im stillen Kämmerlein.“ Das wiederum brachte den ehemaligen SPD-Fraktionschef Bernd-Georg Höfer auf die Palme. Die Biss-Initiatoren haben bislang nur 350 Unterschriften gesammelt. „Jedes Ortsratsmitglied hat damit mehr Stimmen und Bürgervertrauen, als ihr auf Eurer Liste habt.“

Der SPD-Antrag hat noch einen anderen entscheidenden Haken: Die CDU Springe wollte die Verwaltung schon vor einem halben Jahr damit beauftragen, ein Baulückenkataster zu erstellen. Die Union konnte sich damals allerdings nicht durchsetzen – weil die SPD dagegen stimmte. Nun gibt es zwar einen Unterschied zwischen Baulücken und Bauflächen, die herauszuarbeiten, wird nun aber Sache der Fraktion sein.



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