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Hochwasser: Stadt beginnt mit Kanaluntersuchungen in Holtensen / Rückhaltebecken funktionieren

„Das wird uns noch ein paar Jahre beschäftigen“

Springe/Holtensen/Boitzum. Für Dieter Erdmann war es ein hartes Hochwasser-Wochenende: „Wir standen kurz davor, dass uns alles aus der Hand gerissen wird“, bilanzierte der städtische Tiefbauchef. Er und sein Team konnten gestern erst einmal aufatmen: „Wir sind über den Berg.“

Land unter auf den Feldern: Wie hier bei Gestorf stauten sich die Wassermassen. Foto: ric
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Der Temperaturrückgang stoppte die Schneeschmelze, der Regen ließ nach – eine Atempause im Kampf gegen die Fluten, die vor allem im Süden des Stadtgebiets seit Freitag die Anwohner beschäftigen. Fest steht für Erdmann schon jetzt: Insbesondere die Hochwassersituation in Holtensen „wird uns technisch und finanziell noch ein paar Jahre beschäftigen“.

Was die nötigen Arbeiten am Netz kosten könnten, weiß Erdmann noch nicht: „Wenn es nicht überbordend wird, können wir es vielleicht aus den vorhandenen Mitteln stemmen.“ Bei gravierenden Schäden „scheue ich mich aber auch nicht, dem Rat da so von zu berichten“ – und somit auch um zusätzliches Geld zu bitten.

Gestern begannen Stadtmitarbeiter mit einer umfangreichen Kontrolle des Holtenser Kanalnetzes und der Hausanschlüsse. Ihr Ziel: die Suche nach unkontrolliert eingeleitetem Fremdwasser, das die Situation am Wochenende zuspitzte und dafür sorgte, dass alle Kanäle im Ort unter Wasser standen. „Momentan ist es schwer zu sagen, woran das lag“, so Erdmann. Am Wochenende noch sei die ganze Arbeitskraft seines Teams mit der Linderung der Situation gebunden gewesen – „jetzt geht es um die Ursachenforschung.“ Zunächst sollen die Kanäle umgehend per Kamera untersucht werden.

Unterdessen hat sich auch in der Kläranlage in der Kernstadt die Situation entspannt. Die verarbeitete Wassermenge habe sich seit Freitag fast halbiert, so Erdmann. Ohnehin sei der zwischenzeitliche Höchstwert von bis zu 12 000 Kubikmeter Wasser pro Nacht „richtig harter Tobak“ gewesen, so Erdmann. Wenn in diesem Moment die Anlagen versagt hätten, „dann hätten wir noch viel mehr Überflutungen gehabt.“

Auch der zwischenzeitlich bis zu 80 Zentimeter tiefe See in Alvesrode werde „noch eine ganze Zeit lang da sein“, mutmaßt Erdmann. Die Stadt habe dort nach Kräften technische Hilfestellungen gegeben – „aber an der Stelle ist das kein städtisches Kanalisationsproblem“. Zufrieden zeigte sich der Tiefbau-Experte mit der Leistung der Regenrückhaltebecken: „Sie haben genau das getan, was sie sollten: Die Wassermassen aufnehmen und nach und nach abgeben.“ Auch von der Leistung der gerade erst eröffneten Anlage in Bennigsen zeigte sich Erdmann „angetan“ – sie habe wie erhofft funktioniert.

Etwas Ruhe kehrte gestern auch bei den Feuerwehren im Stadtgebiet ein. Sprecher Torsten Baxmann erklärte auf Anfrage, es habe seit Sonntag keine weiteren Hochwasser-Einsätze gegeben. Für die Feuerwehrleute und die Stadt beginnt jetzt die Zeit des Wartens. In den Hanglagen liegt noch Schnee – und der könnte die Situation bei ungünstiger Wetterlage wieder verschärfen: „Wenn es gleichzeitig wieder anfängt zu regnen und noch wärmer wird, bekommen wir ein Problem“, fürchtet Erdmann.



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