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Das ungeliebte Kind

Springe. Mit „zwei weinenden Augen“ hat sich die bisherige Leiterin des Museums auf dem Burghof, Angelika Schwager, noch einmal in die Pflicht nehmen lassen. Einstimmig votierte die Mitgliederversammlung für Schwagers Wiederwahl. Ihr zur Seite steht Heidi Dopheide als zweite Vorsitzende, Heidrun Karkosch fungiert als Schriftführerin. In Abwesenheit wurde Kassenwart Hans-Werner Schlichting im Amt bestätigt. Peter Pilster wurde, ebenfalls in Abwesenheit, zum Geschäftsführer bestellt.

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Autor:

Christoph Huppert

„Totale Frauenpower im Museum“, witzelte ein Teilnehmer. Die wird wohl auch nötig sein, denn angesichts des städtischen Streichkonzerts gestaltete sich das Lob des stellvertretenden Ordnungsamtsleiters Karsten Kohlmeyer zwiespältig. Von „hochwertiger innovativer Arbeit von überregionaler Bedeutung“ sprach er einerseits, andererseits sei auch das Museum von den „massiven Gedanken zur Ausgabenüberprüfung“ betroffen.

Ob Pottland- oder Bügeleisen-Ausstellung, attraktive Vortrags- oder Sonderveranstaltungen. Dass im Museum Springe exzellent gearbeitet wird und auch scheinbar kleine Dinge wie der neue „Kaffee- und Kuchenklatsch“ zu Erfolgen werden, machten die Berichte von Angelika Schwager, Heidi Dopheide und Heidrun Karkosch deutlich. Sie berichteten unter anderem über die Umgestaltung einzelner Abteilungen, die Digitalisierung von historischen Bildern und Dokumenten, dem jährlichen Töpfermarkt sowie 3252 Besuchern im Jahr 2012 plus 550 Vortragsgäste. Alles das bewältigt der Museumsverein mit ehrenamtlichen Kräften.

„Wir sind“, so Schwager, „ohne Zweifel ein Leuchtturm der Stadt.“ Ein Leuchtturm allerdings, dessen Lichtstrahlen die politischen Entscheider am eigenen Standort kaum wahrnehmen würden. „Im Gegenteil“, empörte sich Schwager: „Erst war die Museumspädagogin dran, jetzt der Museumshandwerker. Er hat aus der Zeitung erfahren, dass er einen neuen Arbeitsbereich im Bauhof bekommen soll.“

Es sei eine „überspitzte Buchhaltermentalität“ am Werk, denn aus den ursprünglich geplanten 40 Prozent Einsparungen sei mittlerweile viel mehr geworden. „Die Stadt ist dabei, einen ihrer besten Werbeträger kaputtzusparen“, erregte sich die Museumschefin. Kulturkreis und Hermannshof würden hoch gelobt und hofiert, das Museum entgehe dagegen der städtischen Aufmerksamkeit. „Wenn die nur einen halben Tag mal hier mitarbeiten würden, dann wüssten sie das zu schätzen, was die vielen Ehrenamtlichen leisten“, glaubt Schwager.

Heidrun Karkosch schilderte ihre Arbeit bei der Digitalisierung. Sie traute sich auch, die dafür geleisteten Stunden einmal in Heller und Pfennig aufzulisten. „Was da für Werte geschaffen werden“, stellte ein Mitglied fest.

Das zweite weinende Auge der Angelika Schwager galt dem scheidenden, mittlerweile 85-jährigen Pressesprecher und langjährigem Vorstandsmitglied Helmut Busse. Seit 1993 ist er Mitglied im Museumsverein und hat vor allem die großen Veranstaltungen mit viel Geschick und Kompetenz medial vermarktet. Die neue Damenriege der Museumsführung bedankte sich bei ihm mit einem großen Präsentkorb.



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