weather-image
20°

Das steht im Goldenen Buch der Stadt Springe

SPRINGE. Promis scheinen den Weg nach Springe nur schwer zu finden: Seit mehr als zwei Jahren liegt das Goldene Buch der Stadt zugeklappt in einem Schrank im Rathaus. Jetzt hat es Mitarbeiterin Petra Hamann hervorgekramt. Aber nicht etwa, weil jemand Bekanntes in der Tür stand – sondern auf Wunsch der Neuen Deister-Zeitung.

Petra Hamann blättert sich durch das Goldene Buch der Stadt, das nicht nur Unterschriften hütet. Auch ein Feuersymbol des Schmiedekünstlers Andreas Rimkus (kleines Bild) ist eingebrannt. Fotos: Grube

Autor:

JANA GRUBE

Von Sport bis Politik: Insgesamt 24-mal legte die Stadt ihr aktuelles schwarzes „Gästebuch“, so der schlichte Titel auf dem ledernen Einband, seit 2004 zur Signierstunde vor – die Farbe Gold sucht man hier übrigens vergebens. Eine große Riege namhafter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aber auch. „Das meiste waren offizielle Empfänge der Stadt“, erzählt Hamann, während sie Seite für Seite durchblättert.

Unzählige Unterschriften von Ratsherren und Delegationsvertretern aus den französischen sowie polnischen Partnerstädten füllen die cremeweißen DIN-A4-Blätter. Der erste Eintrag am 17. März 2004 gebührte dem damaligen Bürgermeister Jörg-Roger Hische: Er nahm ihn vor anlässlich der Erfindung der Glühlampe vor 150 Jahren, an der man damals noch den gebürtigen Springer Heinrich Göbel beteiligt sah. Hische steht noch vor Barbara Hendricks, heute Bundesumweltministerin, die sich zu der Zeit als Staatssekretärin des Bundesfinanzministers eintrug.

Eindrücke aus der Stadt und gute Wünsche sind eher rar gesät. „Und wenn, dann kann man sie nicht entziffern“, lacht Hamann. „Nice to be here“ steht da auf einer Seite – schön, hier zu sein. Umso mehr sticht ein roter Kussmund unter einer weiblichen, nicht leserlichen Signatur hervor.

Besonders kreativ zeigte sich Schmiedekünstler Andreas Rimkus, als er sich am 4. Mai 2005 in afrikanischer Begleitung mit seinem Feuer-Logo in das Goldene Buch einbrannte. Im Wortsinn.

Mal reihen sich die Unterschriften auf der linken, mal auf der rechten Seite auf. Die Rotarier schafften es in ihrem Eifer sogar, sich zum internationalen Jugendcamp im August 2008 direkt auf dem Pergamentpapier mit den offiziellen Daten zu verewigen – anstatt dahinter. Zu den prominenteren Signaturen gehört auch die von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka: Am 30. August 2013 besuchte sie das hiesige Museum.

Wer sich verewigen darf, sei nicht an Regularien gekoppelt, sagt Hamann. Die Entscheidung, das Büchlein mitzunehmen, liege letztlich beim Bürgermeister. Auch die Ex-Fußballnationalspielerinnen Britta Carlson und Martina Müller sind seit 2008 mit ihren Initialen vertreten, ebenso der frühere hannoversche Polizeipräsident Uwe Binias und die befreundete Feuerwehr aus dem bayerischen Gessertshausen (beide 2010). Allein zwei Seiten beansprucht The Green Hackle Pipe Band aus London mit ihrem Gefolge. Auch die NDZ hat sich in dem Goldenen Buch der Stadt verewigt: im Juli 2012, als sie den Ferag-Leser-Blatt-Bindungspreis verliehen bekam.

Und hätte sie sich zurückgemeldet, würde zudem die Bennigserin Jamie-Lee Kriewitz, die Deutschland beim Eurovision Song Contest 2016 vertrat, die Liste erweitern. Auch dass es bisher nicht geklappt hat, Olivia Jones zu gewinnen, bedauert Hamann. Noch ist die Hälfte des Buches frei. Der letzte Eintrag datiert aus dem Juni 2015 zu Ehren des Aufstiegs der Springer Handballfreunde in die 2. Bundesliga. Wer als nächstes kommt, ist gänzlich offen. Bis dahin verschwindet das unscheinbare Werk wieder sicher im Rathausschrank.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt