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Das steckt hinter den Wolfs-Sichtungen am Deister

Die Frage scheint nicht mehr zu sein, ob der Wolf an den Deister kommt - sondern wann. Aber was bedeutet das? Und wie reagiert man?

Nicht der mögliche Deister-Wolf, sondern ein Archivbild. (Foto: dpa)
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

SPRINGE/STEINKRUG. Am Osterwochenende klingelte bei Thomas Behling mal wieder das Telefon. Doch es waren keine Festtagsgrüße, die den Förster erreichten. Sondern Meldungen über Wolfssichtungen an der Bundesstraße 217 in Höhe Steinkrug. Experten prüfen nun unter anderem über Fotos von Augenzeugen, was dran ist. Und raten zur Gelassenheit.

Dass ein Wolf am Deister auftaucht, ist aus Sicht von Behling inzwischen keine so große Überraschung mehr: „Wir hatten ja kürzlich erst eine bestätigte Sichtung bei Hameln.“ Auch in diesem Fall ist Behling vorsichtig optimistisch: „Das, was ich an Fotos gesehen habe, ist ziemlich eindeutig ein Wolf“, sagt der offiziell vom Land Niedersachsen für die Region eingesetzte Wolfsberater. Über Geschlecht und Alter könne er nur spekulieren.

Gesichtet worden sei das Tier an Ostersonntag zunächst an der B 217 in Höhe Steinkrug. Später habe ihn dann noch der Anruf eines Busfahrers erreicht, der angab, er habe nahe der Bundesstraße 3 zwischen Pattensen und Arnum ein Tier entdeckt: „Möglich, dass es derselbe Wolf war“, sagt Behling.

Auch die Polizei hatte gestern Kenntnis von den Sichtungen, verwies aber zunächst auf die Untersuchungen der Experten: Sollten diese die Vermutungen bestätigen, werde es eine offizielle Mitteilung des Landes geben.

Dass die Leute am Deister schon länger über den Wolf reden und darüber, was sein Erscheinen bedeutet, das weiß auch Behling. Er will das Potenzial des Tieres nicht verklären: „Er ist natürlich erst mal ein Raubtier.“ Fakt sei aber auch: Es seien keine Angriffe auf Menschen bekannt.

Müssen heimische Spaziergänger umdenken? „Ich sage mal so: Bei mir im Burgdorfer Holz tauchen immer mal wieder Wölfe auf. Und ich fahre jeden Morgen unbewaffnet in den Wald...“, sagt Förster Behling. Dass der Wolf an der B 217 nahe an oder gar auf die Fahrbahn lief, sei kein Anzeichen für ein erhöhtes Risiko: „Das Tier kennt Autos gar nicht – und weiß nicht, dass für ihn davon eine Gefahr ausgeht“. Stärker betroffen seien dagegen Weidetierhalter: „Die müssen jede Menge Aufwand betreiben, um ihre Herden zu schützen“, weiß Behling.

Ob der Wolf tatsächlich im Deister angesiedelt oder nur auf der Durchreise ist, müsse nun die Zeit zeigen: „Wenn er da bleibt, wird es weitere Sichtungen geben“, ist der Experte überzeugt.

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