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Frankfurter Buchmesse: Über Dietrich zu Klampens Erfolg mit Christoph Wackernagels Epos

„Das nimmt man nicht mal eben mit aufs Klo“

Völksen/Frankfurt. Dietrich zu Klampens Gepäck ist schwer. Und das liegt nicht an der Masse der Bücher, die der Chef des gleichnamigen kleinen Völksener Verlags mit nach Frankfurt transportiert, sondern am Gewicht jenes besonderen literarischen Werkes – und das auch im übertragenen Sinne: Die Trilogie „Es“ von Christoph Wackernagel ist unter den hunderttausend Mitbewerbern zu einem der wichtigsten Bücher geadelt worden.

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Autor:

Markus Richter

Auf der größten Buchmesse der Welt sorgt zu Klampen mit seinem wuchtigen Wackernagel-Epos für eine Sensation. Entgegen dem Trend ist das Buch des Ex-RAF-Terroristen keines im Taschenformat. „Das nimmt man nicht mal so eben mit aufs Klo“, formuliert zu Klampen. Und es hat auch nix mit digital und E-Book zu tun – selbst die Herstellung ist größtenteils Handarbeit. Wackernagels Berichte, Träume und Visionen aus der Bundesrepublik, niedergeschrieben auf 603 Seiten, bringen immerhin viereinhalb Kilogramm pro Exemplar auf die Waage. Das Buch ist 31 mal 42 Zentimeter groß, kostet 248 Euro das Stück.

Gleich zu Beginn steht das Zweite Deutsche Fernsehen auf der Matte, dort an Stand F 128 in Halle 4.1. Ein Team um Tilmann Jens nimmt sich inmitten des großen Angebotes der Messe viel Zeit, dreht einen Beitrag für die Extra-Ausgabe des Blauen Sofas mit Wolfgang Herles. Der Kritiker nimmt darin genüsslich die Werke von Daniela Katzenberger und Konsorten auseinander und glaubt, dass „da bald kein Hahn mehr nach kräht“. Seine Messlatte: Wackernagels Traumtrilogie „Es“. Dass nun gerade so ein experimentelles, gelinde gesagt ungewöhnliches Buch das Referenzstück in Frankfurt geworden ist, beeindruckt auch Dietrich zu Klampen, den Mann, der den Mut hatte, das Mammutprojekt anzugehen. „Da kommen nicht nur dem Autor die Tränen…“, sagt der Völksener über den Erfolg. Der Ritterschlag für „Es“ sei dann der zehnte Platz auf der SWR-Bestenliste gewesen.

Und spätestens seit der Ausstrahlung des ZDF-Beitrags am Freitagmorgen ist zu Klampens Stand dicht umlagert. Viele Interessierte bleiben dort hängen. Der Wackernagel selbst ist auch da. Daneben steht ein weiteres Buch im Mittelpunkt: „Das Rot des Apfels“ von Martin Mosebach. Der Schriftsteller erhielt 2007 den renommierten Georg-Büchner-Preis.

Wenn Dietrich zu Klampen morgen um 17.30 Uhr die Schotten an seinem Stand dichtmacht, auf der Autobahn Richtung Springe fährt, wird er die Begeisterung mit in die Heimat nehmen. Schon jetzt steht für ihn fest: „Meine Erwartungen wurden weit übertroffen.“



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