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Ursachenforschung in der Käthe-Kollwitz-Straße

Das Loch – ein sonderbarer Fall

Springe (mari/zett). Zwei Tage, nachdem ein Pferd in die Käthe-Kollwitz-Straße eingebrochen ist, steht die Stadt weiter vor einem Rätsel: Die Tiefbauer wissen nicht, wie der Hohlraum unter dem Asphalt entstanden ist. Heute oder morgen soll eine Fachfirma anrücken und die Fahrbahn aufreißen.

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Die Käthe-Kollwitz-Straße, die parallel zur Osttangente verläuft, sei seit Längerem ein Problemfall, sagt der stellvertretende Tiefbauamtsleiter Gerd Gennat. Alle fünf bis zehn Jahre reiße der Asphalt auf, weil der Untergrund weggespült worden sei. „Wir haben in einem Teilbereich sogar schon den Boden ausgetauscht“, so Gennat. „Gebracht hat aber auch das nichts. Wir sind ratlos, woher das Wasser kommt – und vor allem, wohin das ganze Material verschwindet.“

Gennat hofft, dass die jetzt anstehenden Bauarbeiten Licht ins Dunkel bringen. Sein Vorgesetzter Hermann Aden spricht ebenfalls von einem sonderbaren Fall: „Es gab keine oberflächlichen Anzeichen dafür, dass im Untergrund ein Hohlraum entstanden ist.“ Normalerweise würden sich Dellen oder Verwerfungen bilden, die auf die unterirdischen Schäden hindeuten.

Generell sei es nicht ungewöhnlich, dass eine Fahrbahn aufreißt. „Das kommt im Stadtgebiet alle ein bis zwei Monate vor“, sagt Aden. Allerdings würden die Absackungen dann rechtzeitig den Straßenkontrolleuren oder auch Anwohnern auffallen. „Deshalb kriegt das die Öffentlichkeit nicht mit.“ Fast immer habe sich Ab- oder Regenwasser einen falschen Weg gesucht und dabei Erde weggeschwemmt.

Vor zwei Jahren kam es ebenfalls in der Kernstadt, in der Rosenstraße, zu zwei größeren Schäden. Im April brach an der Einmündung der Asternstraße ein Mischwasserrohr, darüber riss der Straßenbelag 15 Zentimeter weit auf. Das 60 Jahre alte Wasserrohr hatte dem täglichen Verkehrsdruck nicht mehr standgehalten.

Vier Monate später klaffte an der Kreuzung zur Fünfhausenstraße ein Krater: Mitten auf der Fahrbahn konnten Passanten eineinhalb Meter tief in den Boden blicken. Dieses Mal war kein Wasser schuld, sondern Baupfusch. Nach dem Verlegen eines Telefonkabels in den 80er Jahren hatten die Arbeiter offenbar den Boden nicht fachgerecht verdichtet.

An der Käthe-Kollwitz-Straße war am Sonntagvormittag ein Kutschpferd plötzlich durch den Asphalt gebrochen. Der Hengst „Meie“ verletzte sich leicht, konnte sich aber selbst aus dem Loch befreien. Seitdem hat die Stadt die Fahrbahn rund um die Bruchstelle abgesperrt.



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