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Gestorf: Zehn Jahre „Jahrtausendwende“

„Das ist in Deutschland einzigartig“

Gestorf (zett). Sie leben nicht nur in Gestorf, sondern irgendwie auch in der Vergangenheit. Einige hundert Meter lang ist sie, die Straße mit dem ungewöhnlichen Namen „Jahrtausendwende“ im Neubaugebiet Osterfeld – und feiert in diesen Tagen ihren zehnten Geburtstag. Die NDZ blickt zurück.

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Für Ortsbürgermeister Bernd-Georg Höfer, der die Initiative damals mit auf den Weg brachte, ist der Straßenname auch heute noch etwas Besonderes: „Den gibt es nur bei uns, das ist in ganz Deutschland einzigartig.“

Die SPD-Fraktion im Ortsrat habe damals auch über die NDZ nach Vorschlägen gesucht und schließlich die Idee eines Bürgers aufgegriffen, erinnert sich Höfer. Für ihn hat der Name einen Doppelsinn: Einmal der Zeitpunkt der Entstehung, „Jahrtausendwende“, ein Begriff, der damals in aller Munde war. „Dazu kommt: Der Weg verläuft nicht gradlinig, sondern wie ein Bogen.“ Eine Wende eben.

Doch die Idee stieß nicht nur auf Gegenliebe in Gestorf. CDU und Heimatbund engagierten sich gegen den Namen, Heimatbund-Chef Friedhelm Sterling sammelte im Ort gar über 400 Unterschriften. „Viele haben gesagt: Wie kann man sich so einen Namen ausdenken“, erinnert sich Sterling. Er habe sich „mit der Jahrtausendwende zwangsmäßig arrangiert“, sagt er heute. Sterling glaubt auch, der Heimatbund sei damals übergangen worden: „Erst fragt man uns, wir machen Vorschläge und hinterher heißt es, wir hätten uns ja melden können.“

Die Kurven und der Entstehungszeitpunkt gaben ihr den Namen: die
  • Die Kurven und der Entstehungszeitpunkt gaben ihr den Namen: die Straße „Jahrtausendwende“ in Gestorf – laut Ortsbürgermeister Bernd-Georg Höfer einzigartig in ganz Deutschland. Fotos: zett

CDU und Heimatbund setzten konservativere Ideen gegen die ungewöhnliche Straßentaufe. „Pfarrgarten“ war ein Vorschlag – für Höfer auch heute nicht historisch korrekt: „An dieser Stelle war nie so ein Garten. Das Gelände gehörte einem Landwirt.“

Letztendlich sei die Forderung aufgekommen, die Anwohner der neuen Straße anzuhören, erinnert sich Höfer: „Aber die fanden das gut“ – und so setzte sich die „Jahrtausendwende“ knapp mit 4:3 Stimmen durch.

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