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Das Herz von Gestorferin Vera von Ilten schlägt für Trecker

GESTORF.Rechtzeitig vor dem Trecker-Treffen am Sonnabend in Gestorf hat sich Vera von Ilten selbst eine Maschine gekauft. Bis jetzt war sie immer nur als Zuschauerin dabei, jetzt wird die 50-Jährige selbst auf den Trecker steigen. Im Gespräch mit der NDZ verrät die Gestorferin, was dieses Hobby so besonders macht.

Vera von Ilten präsentiert ihren neuen Hanomag R 324 S. FOTO: BRINKMANN-THIES
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Was für ein Modell haben Sie sich zugelegt und wie sind Sie zu der Maschine gekommen?

Mein neuer, alter Trecker ist ein Hanomag R 324 S , Baujahr 1960 mit 27 PS. Wir haben ihn im Internet gefunden und vor zwei Wochen aus Aachen mit dem Autoanhänger abgeholt. Der Trecker hat TÜV, sodass ich beim Treckertreffen schon an der Ausfahrt teilnehmen kann. Bis jetzt habe ich nur eine Testfahrt gemacht.

Wie sind Sie auf das Hobby gekommen? Was macht es aus Ihrer Sicht so spannend?

Auch in diesem Jahr werden wieder zahlreiche Besucher zum Trecker-Treffen in Gestorf erwartet. FOTO: ARCHIV
  • Auch in diesem Jahr werden wieder zahlreiche Besucher zum Trecker-Treffen in Gestorf erwartet. FOTO: ARCHIV

Meine Schwestern und ich konnten als Kinder immer auf den alten Treckern meines Großvaters spielen. Seither hatte ich den Wunsch, so einen Trecker einmal selber fahren zu können. Außerdem findet das Calenberger Treckertreffen nun zum 19. Mal statt und zum wiederholten Male auf meinem Hof. Da wollte ich gerne auch einmal aktiv mit dabei sein.

Mit der Landwirtschaft sind wir immer auf dem neusten Stand der Technik. Unsere heutigen Trecker lenken GPS- gesteuert auf dem Feld selbst, die Kabinen sind hoch komfortabel und die Bedienung erfolgt per Fingertip. Zur Reparatur müssen diese Trecker in die Werkstatt, wo Experten mit dem Laptop die Fehler suchen. Ganz anders mein alter Hanomag: Die Mechanik ist ursprünglich auf das Wesentliche begrenzt. Die Bedienung erfordert Kraft, aber auch Gefühl. Man kann an solchen Schleppern viel selber reparieren und damit die Kosten reduzieren. Wenn ich bei Reparaturen nicht weiter weiß, kann ich unsere Mitarbeiter fragen. Sie haben beide große Erfahrung.

Oft ist es ja so, dass man das Hobby eher mit Männern in Verbindung bringt. Haben Sie selbst schon einmal solche Vorurteile gehört?

Bisher war ich bei den Treckertreffen immer als Zuschauerin dabei. Natürlich ist das ein Hobby, das hauptsächlich von Männern ausgeübt wird, aber Frauen haben auch Spaß an dem Hobby ihrer Männer und fahren sehr gerne als Beifahrer mit und es gibt auch tolle Frauen, die mit eigenen Treckern zum Treckertreffen kommen. In diesem Jahr sind acht Frauen mit ihren Treckern angemeldet.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass bei so einem Hobby eigentlich die ganze Familie mit eingebunden ist?

Die ganze Familie hat sich über den neuen Trecker sehr gefreut, aber auch im Dorf gibt es viele Freunde, die selber schon lange Oldtimer-Trecker haben und selber restaurieren und reparieren. Das ist eine tolle Gemeinschaft, die auch morgen mit dabei sein wird.

Wie viele Traktoren haben Sie auf Ihrem Hof?
Wir haben zwei große Fendt- Ackerschlepper und einen New-Holland-Trecker für die Arbeiten auf dem Hof und bei den Pferden.


Seit wann findet das Trecker-Treffen bei Ihnen statt und wie ist es dazu gekommen?

Das Calenberger Treckertreffen findet am morgigen Sonnabend zum fünften Mal bei mir auf dem Hof statt.

Seit 2008 richtet der Heimatbund Gestorf dieses Fest hier auf dem Gutshof aus. Wir fanden es einfach schöner, die Trecker vor der Kulisse der alten Gebäude zu präsentieren, das schafft eine tolle Atmosphäre, die Trecker dort zu betrachten, wo sie damals im Einsatz waren.

Was erwartet die Besucher bei Ihnen auf dem Hof?

Das Treckertreffen geht von 10 bis 18 Uhr. Die Freiwillige Feuerwehr versorgt die Besucher mit Getränken und Gegrilltem. Die Landfrauen organisieren wieder Kaffee und ein tolles Kuchenbuffet und der Musikverein spielt. Es gibt eine Fotoausstellung und die Dreschvorführung der Eolenhäger Schuinendöschers. Außerdem Stände mit Kleinkunst und Handwerk, Erdbeeren, Obst und Säfte und für die Kinder eine Hüpfburg und ein Trecker-Malbuch.

Um etwa 15 Uhr gibt es eine Trecker-Ausfahrt durch das Dorf mit anschließender Vorstellung. Das Fußballspiel wird auf einer Leinwand übertragen.

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