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Ortsrat Völksen beschließt: Straßenstück wird nicht verkauft / Rekordverdächtige Zuhörerzahl

Das Gemeinwohl gewinnt

Völksen. Die Wut war groß. Mehr als 60 aufgebrachte Bürger aus Völksen haben gestern Abend ihren Unmut über die angedachte Privatisierung eines Stückes der Glückaufstraße zum Ausdruck gebracht. Am Ende zeigte ihre Initiative Erfolg: Einstimmig lehnte der Ortsrat den Verkauf ab.

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Autor:

Markus Richter

Ortsbürgermeisterin Sigrid Hachmeister und ihr Gremium hatten die Beratung in weiser Voraussicht in den öffentlichen Teil gelegt, was bei Grundstücksangelegenheiten eigentlich nicht üblich ist. Dass sie damit richtig lagen, bewies das große Interesse: Die Stühle in der Grundschul-Aula reichten kaum aus. Und die Zuhörer wollten wissen, was die Anlieger bewegt, jenes Flurstückes kaufen zu wollen, das am oberen Bereich der Straße über Treppenstufen zum Waldrand führt. „Weil dort viele Leute lang gehen würden“, gab Hachmeister aus den Vorgesprächen wieder, „fühlen sich die Kaufinteressenten oft belästigt“.

Ein Zuhörer verwies auf die lokale Bedeutung für die Naherholung, ein anderer auf die Feuerwehrzuwegung zum Schützenhaus. Eine Völksenerin wollte wissen, ob sie denn auch eine Straße kaufen könne – „vielleicht hätte ich gerne den mittleren Teil nur für mich“. Groß überzeugt werden musste der Ortsrat allerdings nicht: Alle Fraktionen vertraten einhellig die Meinung, dass das Gemeinwohl höher als das Eigenwohl zu bewerten sei.

„Das öffentliche Interesse hat uns erreicht“, hieß es etwa aus der SPD. „Die Sache ist klar“, sagte auch Uwe Pröve (Grüne). Zur „Entspannung der Situation“ schlug Friederike Schwabe (FDP) vor, auch die benachbarte Treppe auszubessern, die sich in einem desolaten Zustand befindet. Kritik aus den Reihen der Zuhörer musste auch die Stadt einstecken, die den Antrag überhaupt erst zur Diskussion brachte. Jürgen Kohlenberg (CDU) meinte, das Papier wäre wohl auch gar nicht nur den Planungsausschuss gegangen. „Offenbar wurde es vom falschen Amt im Rathaus behandelt.“

Am Ende gab es Applaus. Im Vorfeld hatten die Bürger rund 100 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt – die Übergabe an die Ortsbürgermeisterin war letztlich nur noch ein symbolischer Akt.

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