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Das Geheimnis des Schlichters

Springe. Die ersten Rätsel sollen in dieser Woche gelöst werden: Region und Krankenhaus-Geschäftsführung haben gestern angekündigt, am Donnerstag Details zum geplanten Dialogprozess rund um das Springer Krankenhaus öffentlich zu machen. Bei einem Pressegespräch in Hannover sollen unter anderem Regionspräsident Hauke Jagau und Geschäftsführerin Barbara Schulte erläutern, wie es in den kommenden Monaten am Standort weitergeht.

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Gelüftet werden soll dann auch das Geheimnis um die Schlichter, genannt Ombudspersonen, die nach Vorstellung von SPD und Grünen in der Regionsversammlung den „auf Konsens ausgerichteten Prozess“ begleiten sollen, heißt es in einer Vereinbarung der Fraktionen.

Regionssprecherin Christina Kreutz wollte gestern noch nicht verraten, um wen es sich handelt; sie verwies auf Donnerstag. Die Parteien hatten „eine lokal und fachlich anerkannte Persönlichkeit“ empfohlen. Zumindest mit der Stadt hat es im Vorfeld keine Gespräche darüber gegeben, wie Bürgermeister Jörg-Roger Hische gestern bestätigte: „Da die Region Eigentümer und Alleingesellschafterin des Klinikums ist, muss man uns in dem Fall aber auch nicht fragen.“

Weniger gelassen sieht die Springer Regionsabgeordnete Gabriela Kohlenberg die Sache. „Das fängt ja schon gut an – wo ist denn da der versprochene Dialog?“, fragt sie verärgert und kritisiert scharf, dass die Politik nicht im Vorfeld einbezogen worden sei.

Nach NDZ-Informationen haben Region und Klinikum neben den Schlichtern auch die heimischen niedergelassenen Ärzte zu den Gesprächsrunden über die Nachnutzung des Gebäudes eingeladen. Auch die Krankenkassen sind dabei – etwa die AOK. Bislang zumindest nicht am Tisch ist das heimische DRK: Der Ortsverein mit seinen mehr als 500 Mitgliedern hat laut dem Vorsitzenden André Peuker bislang keine Einladung erhalten: „Ich hatte schon damit gerechnet“, sagt er – „und natürlich hätten wir auch teilgenommen“. Die Beteiligung des Roten Kreuzes – aber auch des Fördervereins Krankenhaus – hatte kürzlich die Springer SPD gefordert.

Stadt und Rat schicken fünf Vertreter: Hische soll genauso teilnehmen wie SPD-Fraktionsvize Eberhard Brezski, Elke Riegelmann (CDU), Klaus Nagel (FDP) und die Regionsabgeordnete und Ratsfrau Elke Thielmann-Dittert (Grüne). Letztere hatte in der Regionsversammlung gegen die Pläne und damit gegen ihre eigene Fraktion gestimmt und eine viel beachtete Rede gehalten.

Das Springer Krankenhaus soll beim Pressegespräch am Donnerstag das einzige Thema sein. Dass die Veranstaltung trotzdem in Hannover und nicht am Deister stattfindet, begründet Regionssprecherin Kreutz mit „der Termindichte der Beteiligten“, die eine andere Lösung nicht möglich gemacht habe.

Angesichts der finanziellen Situation des Gesamtklinikums und der erhofften Wirkung der Medizinstrategie wollen die Verantwortlichen den Dialogprozess bald über die Bühne bringen. Denn das Springer Krankenhaus soll erst geschlossen werden, wenn Nachnutzung und Einrichtung der Notfallversorgung geklärt sind.zett



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