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Das Ende des Verkehrsvereins?

Die Tourist-Info in Springe. Foto: Mischer
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

SPRINGE. Der Verkehrsverein steht vor einer ungewissen Zukunft: Die städtischen Mitarbeiter, die sich bislang um die Vereinsarbeit gekümmert haben, ziehen sich aus dem Verein zurück, weil sie sich während der Dienstzeit nicht mehr engagieren dürfen. Nachfolger für die Posten sind nicht in Sicht.

Der Verkehrsverein wurde ursprünglich von Reinhard Schäfermeier gegründet, der das Ordnungs- und Fremdenverkehrsamt im Rathaus leitete. Nachdem er 2006 gestorben war, hatte Kerstin Roscher die Geschäftsführung kommissarisch übernommen. 2009 wurde Stadtmanagerin Anike Molgedey als Geschäftsführerin ernannt und Günter Stolte trat als Vorsitzender die Nachfolge von Peter Koch an. Der Verein sollte sich um das Stadtmarketing kümmern, die Arbeit übernimmt jetzt die Tourist-Information – und deren Mitarbeiter haben in den vergangenen Jahrzehnten die laufenden Geschäfte des Verkehrsvereins übernommen. Sprich: Veranstaltungen geplant, die Kasse geführt und Protokolle geschrieben.

Nachdem die Tourist-Info 2015 und 2016 mehrfach dichtmachen musste, hatten die Mitglieder des Verkehrsvereins angeboten, das Büro vertretungsweise personell zu unterstützen. Ende vergangenes Jahres boten die Mitglieder erneut ihre Unterstützung an. Das Fazit: Für die städtischen Mitarbeiter sei es eine Entlastung, sich nicht mehr um die Vereinsangelegenheiten kümmern zu müssen, berichtet Bürgermeister Christian Springfeld. Und: Die Stadt übernehme diese Arbeit auch für keinen anderen Verein.

Im Dezember hatte Springfeld dem Vorsitzenden Stolte die Ergebnisse des Gesprächs schriftlich mitgeteilt. Vor rund zwei Wochen kochte das Thema dann plötzlich hoch. Stolte schrieb einen Brief an die Mitglieder: Er sehe sich nicht in der Lage, die Aufgaben jetzt alleine übernehmen zu können. Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei jahrzehntelang geduldet worden.

Verstehen könne Stolte den Rückzug der städtischen Mitarbeiter durchaus. Sollte sich jedoch kein neuer Schriftführer oder Kassenwart finden, stehe der Verein vor der Auflösung. „Ich alleine kann das nicht.“ An das Gespräch Ende des Jahres könne er sich nicht mehr erinnern. „Was mich ärgert, ist, dass jetzt eine Person gefunden werden muss, die die Karre wieder in Gang bringt.“ Denn ohne Kassenführung können auch keine Fahrten geplant werden. Stolte schreibt in seinem Brief, das Rechnungsamt habe sich eingeschaltet. Dort habe man festgestellt, dass die städtischen Mitarbeiter die Arbeit für den Verkehrsverein während ihrer Dienstzeit erledigen mussten. Gleichzeitig aber, so Stolte, hätte die Jahresversammlung und der Kassenbericht vorbereitet werden sollen. Somit fiel die Versammlung ins Wasser. „Es war eine Selbstverständlichkeit, dass Mitarbeiter der Stadt Mitglieder bei uns waren“, so Stolte. Springfeld betont, dass der Verein und das Stadtmarketing auch in Zukunft „Hand in Hand“ arbeiten und sich bei Veranstaltungen gegenseitig unterstützen können. Auch für die Wandergruppe könne die Tourist-Info werben. „Aber eben nicht das Vereinsgeschäft übernehmen. Es tut mir leid, aber das geht nicht.“

2006 entschied sich der Verkehrsverein, dass auch künftig ein Stadt-Mitarbeiter die Geschäftsführung übernehmen sollte, betonte Peter Koch damals. Viele andere Verkehrsvereine in den benachbarten Kommunen beneideten Springe um die Kombination. Der Verkehrsverein war mit Ständen auf Messen vertreten, um für die Stadt zu werben.



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