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Darum ist Kälte für ein Bienenvolk wichtig

SPRINGE. Werden wegen des zu milden Wetters Honigbienen aus dem Winterschlaf gerissen? Offenbar schon. Der Springer Michael Fleczoreck staunte kürzlich nicht schlecht, als er Bienen entdeckte, die sich auf Nahrungssuche an seinen Christrosenblüten machten.

Szabo,-Patricia

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Patricia Szabo Volontärin zur Autorenseite
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Das Beweisfoto, das der Biologe nun der Neuen Deister-Zeitung schickte, entstand Anfang Januar. An diesem Tag kratzte das Thermometer an der 13-Grad-Marke – viel zu mild für diese Jahreszeit. „Die Tatsache, dass es im Winter so warm ist, ist ein Indikator für den Klimawandel“, sagt dazu der Hobbyimker und Nabu-Vize Michael Borgolte auf Nachfrage.

Die frühlingshaften Temperaturen mitten im Winter zeigen einen unliebsamen Nebeneffekt: Die Insekten beginnen Futter zu suchen, obwohl es noch kaum Futter gibt. „Es sind aber nur einzelne Bienen. Es war nicht ein ganzer Schwarm“, berichtet Fleczoreck.

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Honigbienen müssten jetzt eigentlich in der Winterruhe sein

Ungewöhnlich sei es trotzdem, denn schließlich sei für die Insekten zu dieser Jahreszeit eine Überwinterung angesagt. Der Biologe erklärt: „Bienen sind wechselwarme Organismen und sie bekommen die Temperaturschwankungen mit.“

Normalerweise halten die Honigbienen zu dieser Zeit eine Winterruhe. Dabei bilden sie die so genannte Wintertraube, um sich gegenseitig durch Muskelzittern zu wärmen. Sie brüten erst wieder, wenn die Tage länger werden, erklärt indes Borgolte. Wird es aber nach einer längeren Wärmeperiode dann doch noch kalt, kann es zu einem weiteren Problem kommen: Die Bienen möchten die Brut so gut wie möglich gegen die Kälte schützen und müssen die Temperatur im Stock hochfahren. Dies kostet sie viel Energie und zehrt erheblich an den Honigvorräten. Seit aber die Wintermonate milder werden, beobachten die Imker immer häufiger, dass die Bienen schon früher brüten.

Bienen kommen mit dem Bestäuben der Pflanzen kaum noch hinterher

Würde der Imker in dieser kritischen Phase sein Volk nicht mit Zuckerwasser nachfüttern, bestünde die Gefahr, dass es verhungert und verstirbt, weiß Borgolte. Denn als Energiequelle für die Herstellung der Wärme lagerten die Insekten Honig in den Futterwaben ab.

„In den letzten Jahren ist das Klima schlechter geworden“, sagt Borgolte. Die Winter seien milder und die Sommer trockener. Und auch die Pflanzen würden inzwischen nicht nur früher als noch einige Jahre zuvor blühen, sondern auch gleichzeitig. „Die Bienen kommen im Frühjahr mit der Bestäubung nicht mehr hinterher.“

Und das hätte letztlich nicht nur auf die Insekten negative Auswirkungen, sondern auch auf die Pflanzen.




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