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„…dann haben wir erst mal nichts“

Springe. So sieht das also aus, wenn Sparmaßnahmen und Betreuungsquoten auf die Realität treffen. Wenn gesetzliche Pflichten und Planungsszenarien mit Elterninteressen, mit Wahlfreiheit und Angebotsvielfalt kollidieren. Alexandra Runge, Wibke Förger und Yvonne und Timo Thomas stecken inmitten all dieser Verwicklungen – mit einer ganz echten Konsequenz: Wenn der städtische Verwaltungsausschuss heute Abend die Erweiterung der Eltern-Kita „Deisterkrümel“ ablehnt, dann haben sie für ihre Töchter und Söhne Sophia, Moana und Leo erst mal keinen Betreuungsplatz.

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„Ich bin überzeugt von dem Konzept“, sagt Yvonne Thomas. Bewusst pickten sie und ihr Mann sich die Deisterkrümel aus dem Angebot verschiedener Krippenträger. Sohn Leo soll an der Jägerallee Senioren begegnen, soll sich im geplanten Ziegengarten mit Tieren beschäftigen. Thomas und ihr Mann wollen sich einbringen, mitgestalten – in der von Eltern betriebenen Kita haben sie viele Möglichkeiten dazu.

Leo steht bei den Deisterkrümeln mit zwölf anderen Kindern auf der Warteliste; im Sommer sollen aus bisher zehn gleich 18 Plätze werden. Die Räume im Neubau sind da, zusätzliche Mitarbeiter sollen kommen. „Dass die Stadt die Erweiterung eines Kinderbetreuungsangebots ablehnen könnte, darauf wäre ich nie im Leben gekommen“, sagt Yvonne Thomas.

Und jetzt? „Wenn das nicht klappt, haben wir erst mal nichts“, sagt sie. Einen anderen Krippenplatz ab Sommer zu bekommen, sei zu diesem späten Zeitpunkt schwierig. Bei den Deisterkrümeln wird von den zehn alten Plätzen auch keiner frei – Thomas wäre erst einmal aufs Improvisieren angewiesen, wie die anderen Eltern auch. Auf Stress bei der Arbeit, auf das Einspannen der Großeltern.

Auch Wibke Förger versteht die Welt nicht mehr. Hauptsache ein Krippenplatz, Hauptsache die gesetzliche Quote erfüllt

– dieses Argument der Verwaltung ist für sie zu kurz gedacht. Ihr ist es wichtig, bei einer Einrichtung ein gutes Gefühl zu haben, wenn sie ihr Kind dort abgibt. Für sie blieben nach längerer Planung nur die Deisterkrümel, die jetzt in der Schwebe sind. „Und wenn man keine Tagesmutter will, dann hat man Pech“, sagt sie.

Auch Alexandra Runge sieht diese Alternative, die sich die Stadt bei der Erfüllung der Krippenquote anrechnen lassen kann, kritisch. Sie ärgert sich, dass das Engagement der Elterninitiative Deisterkrümel, das die Stadt im Vergleich zu anderen Betreuungseinrichtungen günstiger kommt, nicht gewürdigt wird: „So etwas muss man doch unterstützen.“zett



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