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Helge Lüttgau zieht seit zehn Jahren als Weihnachtsmann von Haus zu Haus – mit echtem Bart und ohne Honorar

„Damit Heiligabend bei jeder Familie ein Licht aufgeht“

Springe (mari). Der echte Weihnachtsmann wäre stolz auf einen irdischen Vertreter wie Helge Lüttgau. „Das Schönste am Heiligabend ist das Glitzern in den Augen der Kinder“, sagt der 47-Jährige. Seit zehn Jahren schlüpft er am 24. Dezember in sein rotes Kostüm und besucht Springer Familien. Kostenlos, denn Lüttgaus Weihnachtswunsch ist, „dass am Heiligen Abend bei jeder Familie ein Licht aufgeht. Auch bei Einkommensschwachen.“

Liebt seinen Nebenjob: Helge Lüttgau beginnt schon im August mit den Weihnachtsvorbereitungen. Ab dann lässt er seinen Bart wach

Es ist nicht so, dass Helge Lüttgau seit seiner Kindheit davon geträumt hat, einmal selbst ein Weihnachtsmann zu sein. Schuld an dem Nebenjob ist ein Stück Männlichkeit. Sein Bart. „Ich bin zu faul, ihn ständig zu rasieren“, gesteht der Küchenchef. Im Sommer vor zehn Jahren ließ er die Stoppeln deshalb wachsen – und stellte nach ein paar Wochen überrascht fest, was da zusammengekommen war.

Aus der „faulen Notlösung“ ist mittlerweile ein Ritual geworden. Alle Jahre wieder im August packt Helge Lüttgau den Rasierapparat weg. In den folgenden viereinhalb Monaten züchtet er gepflegte (und tatsächlich einmal nachgewogene) 400 Gramm Haare an seinem Kinn. Die werden am frühen Heiligabend mit Spezialfarbe gefärbt, und verschwinden nach der letzten Bescherung. „Die Farbe greift die Haare und die Haut so sehr an, dass der Bart anschließend ab muss“, meint der Wahl-Weihnachtsmann. Auch das gehört zum Ritual: Nach dem ersten Weihnachtsfeiertag benötigt Helge Lüttgau einen Schal, „sonst erkälte ich mich. Ich bin ja plötzlich wie nackt.“

In seinen zehn Weihnachtsmannjahren ist der Springer in Kindergärten, bei der Lebenshilfe und auf Seniorennachmittagen aufgetreten. Bei einem Spiel der „Hannover Scorpions“ glitt er vor 7000 Zuschauern übers Eis. Durch einen Schornstein ist er noch nie gerutscht, dafür fährt er mal mit dem Mofa vor, mal kommt er in der Kutsche.

Wichtige Utensilien des Weihnachtsmanns: die Rute und die goldene Klingel.
  • Wichtige Utensilien des Weihnachtsmanns: die Rute und die goldene Klingel.

Sein schönstes Weihnachtserlebnis bescherte ihm das fünfjährige Mädchen, das ihm ins Ohr flüsterte, es wünsche sich nichts sehnlicher, als dass der kranke Papa wieder gesund werden würde. Strahlend erzählt Helge Lüttgau auch von der Bescherung in der Kita Völksen, bei der ein Mädchen wissen wollte, wann es schneit. Als die festliche Veranstaltung beendet war, zogen die Erzieherinnen die Vorhänge zur Seite – „und draußen fielen dicke Flocken zu Boden. Da hätten Sie mal die Kinder sehen sollen...“

Ein Graus sind für den 47-Jährigen dagegen die Familien, in denen die Kinder mit Geschenken überhäuft werden. „Das Schlimmste waren mal drei riesige Säcke für einen Jungen. Das ist doch traurig, darüber kann sich doch keiner mehr freuen.“ Und wirklich weh tut’s, wenn sich ein böser Bube an seinen Bart hängt. „Doch die meisten Kinder sind kleine Engel.“

Kontakt: Helge Lüttgau, 05041/779417 (Anrufbeantworter).



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