weather-image
Nach dem Erdbeben in der Osttürkei: Springer Familie Ayhan will helfen – und bittet um Spenden

„Da können wir nicht tatenlos zusehen“

Springe. Trauer und Entsetzen reichen nach dem dramatischen Erdbeben im Osten der Türkei bis nach Springe: Sinan Ayhan und seine Familie wollen schnell helfen – und ihr Mitgefühl gilt ihren Bekannten und Angehörigen, die dort leben, in der früheren Heimat.

270_008_4902080_ayhan.jpg

Autor:

Markus Richter

Die Naturkatastrophe hatte sich am Sonntag in der Provinz Van an der Grenze zum Iran ereignet, nicht weit entfernt von der Stadt Urfa, in der Gastronom Sinan Ayhan aufgewachsen ist. Inzwischen ist von weit über 200 Todesopfern die Rede, tausende sind verletzt und obdachlos. „Es ist schwierig, Kontakt aufzunehmen“, sagt Ayhan. Ständig versucht er, zu telefonieren, kommt aber nicht durch. Die Kommunikation ist zusammengebrochen. Die Bilder, die er im Fernsehen sieht, seien „schmerzhaft“. Dort graben Menschen mit Stöcken und bloßen Händen nach Vermissten, die sie in den Trümmern vermuten. „Die Überlebenden brauchen nun dringend Zelte, Decken und Medikamente“, weiß der 41-Jährige, der vor 23 Jahren nach Deutschland kam.

Sinans Tochter Ronai ist gleichzeitig schockiert und verärgert. „Auswärtige Hilfe kommt nicht an, es ist ein Politikum – aber wir können nicht tatenlos zusehen“, beklagt die 16-jährige Schülerin der Heinrich-Göbel-Realschule. Ihre Familie ist kurdischer Herkunft, ebenso wie die meisten der Leute, die in der betroffenen Provinz wohnen. Und weil die Menschen dort eben nicht als Türken angesehen würden, sei es schwierig, Hilfe zu organisieren. „Politisch ist mir das egal“, sagt ihr Vater. Ihn bedrückt die Armut, das Elend, die Menschen, die Familienangehörige verloren haben, die obdachlos geworden sind, bei winterlichen Temperaturen die Nächte im Freien verbringen müssen.

„Wir wollen versuchen zu helfen, auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist“, sagt der Springer. Er hat bei der heimischen Volksbank ein Spendenkonto eingerichtet und hofft nun, dass sich Menschen solidarisch mit den Opfern zeigen. Ayhan selbst wird natürlich auch spenden. Das Geld soll vom kurdischen Halbmond (eine Hilfsorganisation vergleichbar dem Roten Kreuz) auf direktem Weg den Betroffenen zugute kommen.

Jeder Euro hilft: Konto-Nummer: 816665000, BLZ 25193331. Stichwort Erdbebenhilfe, Kontoinhaber: Sinan Ayhan.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt