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Eldagser Familie fährt nach Thüringen

„Da ist er ja“: Alexanderstein kommt zurück

Eldagsen. Er wurde gestohlen, galt drei Jahrzehnte als verschollen und tauchte jetzt fast 400 Kilometer von Eldagsen entfernt wieder auf: Der sagenumwobene Alexanderstein soll demnächst in die Heimat rücküberführt werden. Dafür macht sich neben dem Ortsrat auch der Arbeitskreis Stadtgeschichte stark.

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Autor:

Markus Richter

Dessen Vorsitzende Helgard von Wedemeyer und ihre Mitstreiter waren höchst überrascht, dass das gute Stück wieder da ist: „Damit haben wir nun wirklich nicht mehr gerechnet.“ Wie berichtet, wurde der Stein mit dem Sühnekreuz, der möglicherweise älter als 400 Jahre ist, vom Elzer Heimatforscher Werner Müller anhand alter Fotos eindeutig wiedererkannt. Als Dankeschön will der Bürgerverein Eldagsen dann Müller einladen, einen Vortrag über seine Leidenschaft zu halten.

Von Wedemeyer vom Arbeitskreis sagt, die Rückholung sei nicht einfach. Nicht nur, weil sich zwei Landesämter für Denkmalpflege eingeschaltet haben. „Der Stein ist auf der Burg einzementiert worden, den kriegt niemand so leicht los.“ Wiederhaben wollen ihn die Eldagser auf jeden Fall – ohne weitere Fragen zu stellen. Die Umstände, unter denen das Denkmal in den Saale-Holzland-Kreis gelangte, sind dubios: Angeblich habe es jemand beim Aushub einer Tankstelle zwei Meter unter der Erde gefunden.

Dass die Geschichte bewegt, zeigt auch dieses Engagement: Motiviert durch den Bericht in der NDZ fasste Karl Bertram einen spontanen Entschluss. Der alteingesessene Eldagser fuhr mit drei Familienangehörigen nach Thüringen, um auf der Leuchtenburg den Alexanderstein zu besuchen, den er noch aus seiner Kindheit kennt.

Am Eingang des sogenannten Marterturms wurde Bertram dann auch fündig: „Da ist er ja.“ Er wünscht sich, dass der Stein bald seinen endgültigen Standort in Eldagsen findet. Obwohl sie keine offizielle Delegation waren, wurden die Gäste aus der Gehlenbachstadt persönlich in Empfang genommen. „Es waren sehr nette Gespräche“, sagt Leuchtenburg-Sprecherin Ilka Kunze.

Beidseitiges Interesse an der Rückholung besteht – sowohl von der Leuchtenburg, als auch vonseiten der Eldagser. Einen Termin für die Aktion gibt es aber noch nicht. Möglich, dass Steinmetz Karl-Heinz Dziubek damit beauftragt wird. „Der Stein ist so alt, dass es jetzt auf 14 Tage auch nicht mehr ankommt“, sagt von Wedemeyer.

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