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Unbekannte Substanz eingeleitet / Erdmann: „Das war hässlich und wird teuer“

Chemie legt Klärwerk Eldagsen lahm

Eldagsen (ric). Diese Tat war mehr als ein Böser-Jungen-Streich: Ein Unbekannter hat das Gemeinschaftsklärwerk Eldagsen lahm gelegt, indem er einen hochwirksamen Stoff ins Abwasser leitete. Die Chemikalie hatte bewirkt, dass sämtliche Bakterien ihre Arbeit niederlegten.

Das Klärwerk in Eldagsen: Ein Unbekannter hat es zeitweise lahmg

Dieter Erdmann, Fachdienstleiter Stadtentwässerung, teilte den Mitgliedern im Tiefbauausschuss mit, dass es sich um eine „kleine Menge mit durchschlagender Wirkung“ gehandelt haben muss. Wie erst jetzt öffentlich wurde, liegt das Schadensereignis bereits zwei Monate zurück. Das Einleiten des Inhaltsstoffes sorgte für mächtig Alarm: Die Bakterien arbeiteten nicht mehr – im Belebungsbecken übernehmen sie normalerweise den Part des biologischen Schadstoffabbaus. „Immerhin wurden sie nicht abgetötet“, berichtet Erdmann. Resultat: Die Ablaufwerte wurden nicht mehr eingehalten, die Überwachungsbehörden schalteten sich ein. Proben wurden zum Hamelner Institut LUFA geschickt. Nach einem Screening stand zumindest fest: Bei dem Inhaltsstoff handelt es sich nicht um ein Pflanzenschutzmittel – was es war, konnten auch die Experten nicht feststellen. Ebenso wird der Verursacher noch gesucht. Die Chance, ihn zu erwischen, ist jedoch sehr gering: zu viele Kilometer Leitung, zu viele Hausanschlüsse.

Fest steht für die Stadt nur, dass die Aktion richtig teuer wird: „Das wird uns viel kosten“, prognostiziert Erdmann. „Das wär hässlich und teuer – wir können nur an den Verursacher appellieren, so etwas nicht noch einmal zu tun.“

Der Schaden ist mittlerweile behoben. Das Klärwerk in Eldagsen ist das modernste im Stadtgebiet. Es wurde 1996 in Betrieb genommen und reinigt das Abwasser der Stadtteile Alferde, Alvesrode, Boitzum, Eldagsen, Holtensen, Mittelrode und Völksen, also von bis zu 15 000 Menschen. Das gereinigte Abwasser wird in den Gehlenbach eingeleitet.

Die Klärwerke in Eldag-sen und Bennigsen sind baulich untersucht worden. Dabei hat sich herausgestellt, dass in Bennigsen Mängel im Nachklärbecken bestehen. Dort wird das Wasser abschließend gereinigt. Dieter Erdmann teilte im Tiefbauausschuss mit: „Das Becken muss saniert werden.“

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