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Charlie Hebdo kommt in Springe nicht auf den Ladentisch

Springe. Die Nachfrage ist gewaltig – und das bleibt sie auch. Denn in der Stadt gibt es bisher nicht eine einzige Ausgabe des Satiremagazins Charlie Hebdo zu kaufen. Ob und wann sich das noch ändern wird, ist derzeit völlig unklar.

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Nach dem Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo ist die Auflage des französischen Magazins von normalerweise 60 000 auf fünf Millionen angestiegen. Die Nachfrage ist so groß, dass einzelne Hefte im Internet gar für 1 000 Euro den Besitzer wechseln. Der Verkaufspreis im Handel beträgt vier Euro. „Wir werden fast täglich gebeten, ein Exemplar zurückzulegen“, sagt Michael Konrad vom Kiosk Konrad am Ebersberg. Den Wunsch kann er seinen Kunden nicht erfüllen – er hat nicht ein Exemplar bekommen. Wie alle Kioske und Zeitschriftenhändler in der Stadt.

Der Hintergrund: Die Lizenz für den Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften hat in der Kernstadt und Altenhagen I die Presse-Distributions-Gesellschaft mit Sitz in Bielefeld – und zwar nur sie. Das Unternehmen hat seine Exemplare ganz unmissverständlich einzelnen Kommunen zugeteilt. Demnach bekommt Bielefeld 50 Exemplare des Satiremagazins, Paderborn 40 und die Stadt Hamm 25. Einen Rest gibt es nicht. Denn ein Unternehmens-Sprecher bezifferte die Zahl der Ausgaben, die ihr geliefert worden sind, auf 115. Heißt im Klartext: Springe, aber auch Hameln und das Lipperland, die ebenfalls zum Zuständigkeitsbereich des Unternehmens gehören, gehen leer aus.

Nachfragen gibt es trotzdem. „Eine Menge“, sagt Heike Witte vom Zeitschriftenhandel Witte im E-Center.

Besser sieht es auch in Eldagsen nicht aus. Dort werden Zeitungen und Zeitschriften zwar nicht über den Bielefelder Großhändler verkauft. Aber der Pressevertrieb Karl Crämer aus Hannover hat auch keine größeren Mengen bekommen.

Bei Gittis Kiosk und Backshop an der Langen Straße ist die Nachfrage aber nicht groß. „Hier hat nur eine Frau auf der Durchreise nach dem Heft gefragt“, sagt Inhaberin Brigitte Milter. Nach Angaben der Firma, die Charlie Hebdo nach Deutschland importiert, wurden bundesweit 5000 Exemplare ausgeliefert.



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