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Vorsprung vor SPD vergrößert / Flachsbarth überflügelt Miersch

CDU jubelt auch in Springe

Springe. Die Stadt gehalten, den Wahlkreis erobert – und mit Direktkandidatin Maria Flachsbarth ordentlich Boden gutgemacht: Für die Christdemokraten war der gestrige Abend nicht nur im Bund ein kleiner Triumphmarsch. „Ich freue mich sehr“, sagte Parteichefin Elke Riegelmann am Abend. Doch auch der SPD-Vorsitzende Eberhard Brezski zeigte sich mit dem Abschneiden vor Ort zufrieden. Die schlechte Stimmung – sie war eher Sache der kleinen Parteien.

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VON CHRISTIAN ZETT UND MARC FÜGMANN

Was für ein Abend für die CDU: Satte sechs Prozent mehr als 2009 holte sie in Springe bei den Zweitstimmen. Mit 38,6 Prozent konnte sie den vor vier Jahren eroberten ersten Platz in der Stadt klar verteidigen. Und dann war da auch noch das ohnehin enge Rennen um den direkten Einzug in den Bundestag: Während es im Wahlkreis 47 wieder knapp für SPD-Mann Matthias Miersch reichte, konnte Flachsbarth erstmals die Stadt Springe gewinnen.

Mit 42,9 Prozent holte sie 0,5 Punkte mehr als Miersch – umgerechnet ist das ein Unterschied von nur 86 Stimmen. „Ein fantastisches Ergebnis“, freute sich die CDU-Politikerin „und hart erkämpft“. Auch wenn es nicht ganz gereicht habe, um den Wahlkreis zu gewinnen, sehe sie sich nun doch endgültig „auf Augenhöhe mit Miersch“.

Über den Gesamtsieg freute der sich trotzdem: „Bei dieser politischen Großwetterlage habe ich mit meinen Helfern ein tolles Zeichen gesetzt.“ Im Vergleich zum Zweitstimmen-Resultat vermutet er, vor allem von Unterstützern der Grünen und der Linken mitgewählt worden zu sein.

Hinter Mierschs Überlegungen steckt der nächste CDU-Erfolg des Abends: Die Partei konnte auf Wahlkreis-Ebene bei den Zweitstimmen die SPD überflügeln. Riegelmann will den Gesamterfolg der Union indes nicht nur als Mitschwimmen auf der Merkel-Welle verstanden wissen: „Fest steht: Auch in Springe hat die Zweitstimmen-Kampagne der FDP nicht gezogen.“

Die Liberalen gehören in Springe zweifellos zu den Verlierern: Sie stürzten sowohl bei der Erststimme (-4,3 Prozent) als auch bei der Zweitstimme (-7,9 Prozent) mächtig ab. Doch auch Linke (-3,1 Zweistimme) und Grüne (-1,9) können nicht zufrieden sein. Zu den Überraschungen des Abends zählt zweifellos auch in Springe die Alternative für Deutschland: Aus dem Stand und ohne lokale Basis holte die wenige Monate alte Partei 4,2 Prozent der Zweitstimmen.

„Unser Zuwachs liegt deutlich über dem Bundesschnitt“, sagt SPD-Chef Brezski. 35,4 Prozent erreichten die Sozialdemokraten, nachdem es 2009 einen mächtigen Absturz auf 31,7 gegeben hatte. „Unsere Arbeit vor Ort hat sich ausgezahlt“, sagt Brezski. Frau Merkel solle „den Abend genießen“, sagt der SPD-Chef in Richtung Berlin: „Mehr als zwei Jahre gebe ich ihr da nämlich nicht.“

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