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Calenberger Straße: Alle 9,6 Sekunden ein Fahrzeug

GESTORF. Rund 9000 Fahrzeuge passieren an Werktagen die Calenberger Straße: Das ist das Ergebnis einer einwöchigen Verkehrsmessung. Mit einem Katalog an Maßnahmen will der Ortsrat Gestorf die Verkehrsbelastung und die daraus resultierenden Gefahren auf der Landesstraße 460 absenken.

An der Bushaltestelle soll nach dem Wunsch des Ortsrats eine Bedarfsampel für Fußgänger installiert werden. Foto: Brinkmann-Thies

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Anne Brinkmann-Thies Reporterin

„Es muss mehr Butter bei die Fische“, sagte Ortsbürgermeister Eberhard Brezski (SPD), der die Ergebnisse der Verkehrsmessung in einer Power-Point-Präsentation anschaulich machte. Seit Jahren werde die Verkehrssituation der Calenberger Straße diskutiert – ohne nennenswerte Veränderungen. Mit den Ergebnissen der nun vorliegenden neuerlichen Erfassung lägen valide Zahlen vor. Alle 9,6 Sekunden passiert demnach von montags bis freitags durchschnittlich ein Fahrzeug die Landesstraße, an Wochenenden ist es dort etwas ruhiger. Verbunden damit sei eine erhebliche Belastung durch Lärm, Feinstaub und Gefahren, erklärte Brezski. Um die Situation für Radfahrer und Fußgänger zu entschärfen, solle die Stadtverwaltung die Gehwege für Radfahrer freigeben. Zudem müsse überwacht werden, ob die Bürgersteige durch parkende Autos blockiert werden.

Dieser Antrag der SPD schließt nun auf Anregung von Susanne Estorf (CDU) auch die Hannoversche Straße mit ein. Die Stadt soll sich nach dem Wunsch des Ortsrats zudem an das Land Niedersachsen wenden: „Wir wollen Tempo 30 – an sieben Tagen, 24 Stunden“, fordert der Ortsbürgermeister. Ein entsprechender SPD-Antrag umfasst zudem die Forderung nach einem sogenannten Flüsterasphalt. Denn der Straßenbelag – nur wenige Jahre alt – sei bereits marode, die hierdurch scheppernden LKW-Anhänger belasteten die Anlieger besonders. Zudem soll es eine Bedarfsampel für Fußgänger an der Bushaltestelle geben.

Eine Änderung der Ampelschaltung am Kreuzungsbereich der L 460 und L 422 nach Völksen und Eldagsen soll Staus innerhalb des Harbergorts vermeiden. Auch soll ein Verkehrsspiegel an der Einmündung der Hanboverschen Straße auf die Calenberger Straße mehr Sicherheit bieten. Den Anträgen an Stadt, Land und Verkehrsbehörde stimmte das Gremium geschlossen zu.

Für Ortsbürgermeister
Brezski hielten die Ergebisse der Verkehrsmessung aber auch eine Überraschung bereit: Rund 80 Prozent der Fahrzeuge seien PKW. Er selbst habe deutlich mehr LKW auf der Calenberger Straße vermutet. Damit brauche eine ursprüngliche Idee, das Verkehrsaufkommen durch eine LKW-Maut zu reduzieren, nicht weiter verfolgt zu werden. Und noch eine Überraschung ergeben die Zahlen: Es gab weniger Temposünder als vermutet. 31 Prozent der Fahrzeuge überschritten die 50-km/h-Marke um bis zu zehn Stundenkilometer.

„Das Tempo ist also nicht unser Thema“, so Brezski. Dass es für die Anlieger dennoch eine Belastung sein kann, machte Horst Rasche von der Bürgerinitiative Calenberger Straße deutlich: Ein LKW sei mit 77 Stundenkilometern und ein PKW noch einmal zehn Stundenkilometer schneller durch die Straße gerast. Das sei für die Anwohner gravierend. Bürgermeister Christian Springfeld, Gast bei der Sitzung des Ortsrats, stimmte dem Gestorfer zu. Das sei auch ein Grund, warum die Stadt Blitzer anschaffe.



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