weather-image
11°

Busnetz-Reform: Region lehnt Vorschläge aus Springe ab

SPRINGE. Die Region lehnt die Vorschläge aus Springe zur Überarbeitung des Busnetzes ab. Grund: Die im Auftrag von SPD und CDU vom ehemaligen Regionsabgeordneten und Nahverkehrsfachmann Detlev Herzig entworfene Linienführung verursache Mehrkosten.

Über das Thema Buslinien spricht der Planungsausschuss der Stadt in seiner nächsten Sitzung. FOTO: HELMBRECHT
saskia

Autor

Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Dabei hatte die Springer Verwaltung bereits vor mehr als einem Jahr gefordert, die Region dürfe beim Nahverkehr nicht nur nach wirtschaftlichen Erwägungen entscheiden.

Die Stadt hatte damals in einer ausführlichen Stellungnahme Kritik am Gutachten der Regiobus geäußert, das empfiehlt, einzelne Linien vor Ort komplett einzustellen und einige Fahrten zu reduzieren. Ziel von Herzigs Ausarbeitung war es wiederum, die geplanten Einsparungen der Regiobus zu akzeptieren, die gefahrenen Kilometer aber umzuverteilen. Er hatte etwa überlegt, eine komplett neue Ringlinie zu schaffen – und zwar von Eldagsen nach Völksen zum Bahnhof über die Bundesstraße 217 zur Osttangente. Gleichzeitig hatte Herzig vorgeschlagen, den Abschnitt Gestorf und Eldagsen bei der Linie 380 einzustellen, dafür aber die Verbindung Bennigsen-Gestorf zwei Mal stündlich anzubieten. Die Linie 382 sollte dafür in Bennigsen halten statt in Wennigsen.

Die Region hat die Vorschläge nun von einem Gutachter bewerten lassen – mit dem Ergebnis, dass die Änderungen nicht nur teurer sind, sondern auch zu Lasten anderer, gut genutzter Linien, gehen würden. Heißt: Die Änderungen würden insgesamt eher zu einer Verschlechterung des Angebots führen.

Eine große Überraschung sei die Ablehnung nicht, sagt Herzig. „Allen kann man es nie recht machen. Ich habe das abgebildet, was an Wünschen aus Springe kam.“ Einige Argumente der Gutachter kann er trotzdem nicht nachvollziehen. Konkret geht es etwa um die Linie 320. Herzigs Änderungsvorschlag würde dazu führen, dass Gestorfer einmal umsteigen müssten, um nach Springe zu kommen. Damit würde der Nahverkehrsplan nicht mehr eingehalten werden, sagen die Gutachter. Herzig hält dagegen: In Lüdersen gelte diese Prämisse nicht – von dort müsse man jetzt auch schon umsteigen, um nach Springe zu gelangen.

Herzig räumt aber ein, dass ihm einige Zahlen, unter anderem für den Schülerverkehr, schlicht fehlten. Unklar ist etwa, ob es eine Vorschrift gibt, die beinhaltet, dass die Busse immer zu den Schulzentren fahren müssen. Schüler aus Hüpede, die in Springe das OHG besuchen, könnten zum Beispiel zunächst mit dem Bus zum Bahnhof nach Bennigsen gebracht werden und dann wiederum den Bus in Springe zur Schule nehmen. Laut Gutachter würden zudem nicht nur die Schüler aus dem Bereich Hüpede abgehängt, sondern auch aus der Gemeinde Wennigsen, die in Springe zur Schule gehen. Hier stellt Herzig in Frage, wie und auf welchen Abschnitten Regiobus die Fahrgäste gezählt hat. „Es bleiben also einige Fragen offen. Ich halte es für falsch, wenn die Verwaltung das jetzt so hinnehmen wird.“

Genau das schlägt die Verwaltung in ihrer Vorlage allerdings vor. „Weil die Pläne zu einer Verschlechterung führen würden“, sagt Bau-Chef Jörg Klostermann. Am Ende sei es aber die Entscheidung der Politik, ob sie an den Vorschlägen von Herzig festhalten will oder die Stellungnahme der Region akzeptiert. Änderungen beschließen kann ohnehin nur die Regionspolitik.

Am Dienstag, 19. März, sind die Planer zu Gast in Springe – und zwar während der Sitzung des Planungsausschusses um 18 Uhr. Auch die Ortsräte sind eingeladen. Hält die Stadt an ihrer Stellungnahme fest, wird der Antrag bei den Beratungen zu den Fahrplanmaßnahmen 2020 den politischen Gremien der Region zum Beschluss vorgelegt.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt