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Bürgermeister-Pläne: Kommt die „Stadt Calenberg“?

Streit um Geld, Windkraft, Busverkehr, die Schließung von Einrichtungen: Im Umland von Hannover macht sich immer mehr Unmut über die Region breit. Konsequenz: Fünf Kommunen (auch Springe) prüfen nun den Zusammenschluss zur „Stadt Calenberg“ - und den Austritt aus der Region.

Update:  Ein Aprilscherz, klar: Aber einer mit ernstem Hintergrund. Denn in der Tat tun sich immer wieder Lücken auf zwischen Region und Kommunen. Zuletzt ging es unter anderem um Windkraftflächen, um Kürzungen bei Regiobus, aber auch um die Höhe der Regionsumlage.

Die ständige Erhöhung der Regionsumlage habe zuletzt das Fass zum Überlaufen gebracht, teilen Springes Bürgermeister Christian Springfeld und Amtskollege Christoph Meineke (Wennigsen) mit.  Es dürfe „keine Denkverbote auf dem Weg in eine neue Zukunft geben“, sagt Bürgermeister Cord Mittendorf aus Gehrden. Klares Ziel sei es, „sich von der Gängelei durch die Region Hannover zu verabschieden“ - am besten noch dieses Jahr.

Die beteiligten Bürgermeister verweisen auf die seit  Jahren praktizierte Zusammenarbeit in der Fördertopf-Region „ILE Calenberger Land“. Durch die neue kreisfreie Stadt Calenberg solle diese Kooperation ihren Höhepunkt finden. Hauptverwaltung der neuen Stadt soll allerdings nicht die alte Kreisstadt Springe werden - sondern Barsinghausen. Die anderen Kommunen bekämen dann Verwaltungsniederlassungen. Für die Bürgerinnen und Bürger  sollen so kurze Wege erhalten bleiben. 

Derzeit werde intensiv geprüft, inwieweit Fördermittel der EU für das neue Projekt generiert werden können. Da durch den Brexit zukünftig Subventionen an Großbritannien entfielen, müsse eigentlich genug Geld vorhanden sein, so Meineke. Er werde in Kürze nach Brüssel reisen und sich mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker treffen.

Die fünf Städte und Gemeinden strecken neben Ausflugszielen wie Deister und Wisentgehege bereits die Fühler nach einer weiteren echten Tourismus-Perle aus: Sie wollen über den noch zu verhandelnden Beitritt Pattensens die Marienburg erhalten. Mit rund 132 000 Einwohnern würde die „Stadt Calenberg“ auf einen Schlag zur Großstadt. Man habe zunächst auch mit Bad Nenndorf, Laatzen, Seelze und Wunstorf verhandelt, heißt es aus den Rathäusern: Dann wäre man sogar zweitgrößte Stadt Niedersachsens geworden.  „Aber die Tür ist noch auf“, sagt der designierte Oberbürgermeister Calenbergs, Marc Lahmann (bisher Stadtoberhaupt Barsinghausens), „damit wir Braunschweig hinter uns lassen können.“

Für Springe will Springfeld auch in Sachen Energie von der Revolution profitieren - über ein Projekt, das im ersten Moment allerdings fast ein wenig nach einem Aprilscherz klingt: Denkbar sei, dass eine Schweizer Spezialfirma eine Fernwärmeleitung vom Netz, das gerade in Springe entsteht, unter dem Deister durch bis nach Barsinghausen verlegt.

Aber macht das Land diesen unerwarteten Schritt mit? Springfeld glaubt ja: Letztendlich sei es nur eine kleine Gesetzesänderung, die erforderlich ist, um das neue Konstrukt zu schaffen: „Derzeit ist so viel im Wandel, dass es darauf nun wirklich nicht mehr ankommt.“ Ohne Regionsumlage, dafür „mit viel Elan und Enthusiasmus“ werde die kreisfreie Stadt Calenberg „neue Wege gehen und zum Wohle ihrer Einwohner agieren“.




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