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Bürgermeister:Nicht am Scheitern des Othmer-Projektes schuld

SPRINGE. „Ich bin es leid, den Schwarzen Peter für das Scheitern anderer in die Schuhe geschoben zu bekommen“:

Da war es noch ein Hoffnungsprojekt: Bürgermeister Christian Springfeld (Mitte) und Peter Othmer (rechts) bei einer Ortsbegehung für das Innenstadt-Einkaufszentrum. Foto: Archiv/SCHEFFLER
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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Mit deutlichen Worten wehrt sich Bürgermeister Christian Springfeld gegen den Vorwurf, er und seine Mitarbeiter hätten zu wenig für den Bau des Einkaufszentrums getan, das Peter Othmer in der Innenstadt realisieren wollte. Springfeld: „Das geht mir mächtig gegen den Strich.“

Kernstadt-Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich hat in seinem Jahresblick das Aus des Projekts bedauert. Das Bauamt habe den Investoren im Lauf der Diskussion immer mehr Auflagen gemacht. Der Bürgermeister hätte „mal mit der Faust auf den Tisch hauen“ müssen, um die historische Chance zur Innenstadt-Belebung durchzubringen.  

Das möchte der Verwaltungschef nicht im Raum stehen lassen. Er hat dem Ortsbürgermeister gestern eine E-Mail mit einem mehr als einer DIN-A4-Seite umfassenden Text geschickt. Die Post ging an alle Ratsmitglieder, die führenden Verwaltungsmitarbeiter und die NDZ.

Springfeld schreibt darin, der Bau des Einkaufszentrums sei auch für ihn „von großem Interesse“ gewesen. „Wir haben von Anfang an detailliert deutlich gemacht, welche Schritte an einem so exponierten Ort in einer historischen Altstadt mit Gestaltungssatzung nötig sind, um das gewünschte Baurecht zu schaffen. Da ist keine einzige Auflage seitens der Stadtverwaltung gekommen.“ Natürlich gelte aber das Baugesetzbuch.

Die Investoren, zu denen neben Othmer auch Dennis Melching gehörte, hätten „in einer zähen Wiederholung immer neue – nicht realisierbare – Planskizzen für den Hochbau“ eingereicht, „statt in einem gemeinsamen zielgerichteten Prozess den passenden Bebauungsplan mit der Stadt zu entwickeln“. Diese „bauleitplanerischen Herausforderungen“ habe das Duo aber nicht abgearbeitet, sondern stattdessen „immer ähnliche Skizzen vorgelegt, verbunden mit der Frage, ob man denn nun endlich bauen könne“. In den Gesprächen hätten seine Mitarbeiter eine – so wörtlich – „Engelsgeduld“ bewiesen. Gebracht habe das nichts: „Aus der Zeitung durften wir dann erfahren, dass die Investoren von dem Projekt Abstand genommen haben.“

Die Stadt treffe keine Schuld. Der Beweis: „Wir sehen ja derzeit an vielen Stellen im Stadtgebiet, wie schlagkräftig und hochprofessionell die Springer Stadtverwaltung Bebauungspläne aufstellt und dringend benötigtes Baurecht für private Investoren schaffen kann.“

Friedrich hält dennoch an seiner Kritik fest. Die Anzahl der Parkplätze vor dem Einkaufszentrum reduzieren zu wollen und den Investoren einen Architektenwettbewerb aufzudrücken, sei eine „Verzögerungstaktik“ gewesen. Etwas befremdlich empfinde er Springfelds persönlichen Hinweis an ihn: „Mit der Faust auf den Tisch hauen bringt gar nichts. Das beeindruckt das Baugesetzbuch eher wenig.“ Er sei nicht blöd, kontert Friedrich im Gespräch mit der NDZ: „Mir ist klar, dass das Baugesetzbuch Hürden aufgibt. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“

Friedrich schlägt Springfeld ein direktes Gespräch vor. Das sei zielführender, als sich lange E-Mails zu schreiben, die ein möglichst großer Verteilerkreis mitlesen darf.



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