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Bürgermeister sprechen über geplanten Windkraftpark

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Autor:

von sandra Hermes

Es ging dort um den geplanten, rund 400 Hektar großen Windräderpark zwischen Hemmingen, Pattensen und Springe. „Es ist nicht so, dass wir generell gegen Windkraft sind“, erklärt Postrach. „Der Ausbau in unmittelbarer Ortsnähe mit bis zu 200 Meter großen Windrädern wird von uns aber als zu intensiv eingeschätzt“, klagt sie. Immerhin sei das Vorranggebiet das Größte in der Region.

„So darf man mit mündigen Bürgern und Gemeinden nicht umgehen“, sagte Schacht bei dem gemeinsamen Treffen der Bürgermeister in Lüdersen. Es sei ein Unding, wie die Region da mit einem umgehe, ärgert sich der Politiker.

Angefangen habe alles damit, dass die Kommunen von jetzt auf gleich eine Stellungnahme hätten ausarbeiten müssen, ohne dass ihnen eine angemessene Frist gewährt worden wäre. „Das war wirkliche eine Zumutung“, sagte auch Christian Springfeld. „Bei uns in der Behörde gab es eine Art Task Force, der ganze Apparat war für 14 Tage lahm gelegt, weil sich alle mit der Stellungnahme beschäftigt haben. Wir mussten sogar eine Sonderratssitzung einberufen.“

Pattensens Rathauschefin Ramona Schumann zeigte sich empört, dass die Region so von ehrenamtlichen Kommunalpolitikern verlangt hätte, innerhalb kürzester Zeit 1000 bis 2000 Seiten durchzuarbeiten, um überhaupt fundiert Stellung beziehen zu können. „Das ist auch eine Frage des Fingerspitzengefühls“, monierte sie. Letztlich hätte der Zeitdruck gar nicht sein müssen – zumindest nicht für die Stellungnahmen der Bürger: Die Region Hannover musste die Öffentlichkeitsbeteiligung für ihr Raumordnungsprogramm wegen eines Formfehlers wiederholen (wir berichteten).

Die neue Frist endete am 17. August. „1400 Einwendungen sind in Hannover eingegangen“, berichtete Schacht. „Und bei unserer Online-Petition sind über 800 Unterschriften eingegangen“, ergänzte Postrach. Dieser enorme Protest zeige auch, dass die Region keine gute Öffentlichkeitsarbeit geleistet habe, waren sich alle Stadtoberhaupter einig. Ursel Postrach fügte hinzu: „Das Gespräch mit dem Regionspräsidenten hat auch nur stattgefunden, weil die SPD Lüdersen die Initiative ergriffen hat. Ansonsten wäre bis heute nichts passiert.“

Einig waren sich die Bürgermeister auch, dass sie gemeinsam weiter kämpfen werden. „Wir hoffen natürlich, dass sich die Region noch einsichtig zeigt“, so Springfeld. „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Carl-Hans Hauptmeyer von der „Gegenwind“-Initiative informierte, dass alle Regionsabgeordneten angeschrieben worden seien, um sie noch mal zu sensibilisieren. „Und wenn das keine Wirkung zeigt, müssen wir über den Rechtsweg nachdenken“, drohte Schacht. „Auch wenn das keiner will.“

Wie geht es denn nun weiter? Laut Regionssprecher Klaus Abelmann wertet die Region die Anregungen und Bedenken aus. Voraussichtlich Anfang September werde sie die Ergebnisse auf ihrer Internetseite veröffentlichen. Der Fachausschuss berät am Donnerstag, 15. September, und der nicht öffentlich tagende Regionsausschuss am Dienstag, 20. September. Sollte das Raumordnungsprogramm in der Regionsversammlung am 27. September beschlossen werden, muss es noch vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser genehmigt werden.



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