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Bürgerkönigsschießen: Die neuen Majestäten

SPRINGE. Anlegen, zielen und Schuss: Doch das sonst übliche „Pleng“ beim Aufschlag der Bleikugel an der Stahlplatte bleibt aus. Kein Wunder, denn beim Bürgerkönigsschießen wird nicht mit Eierbechern, so nennen die Luftgewehrschützen ihre Bleimunition, sondern mit einem Gewehr mit Laser-Zieleinrichtung geschossen.

Heinrich Schwarze (v.l.), Karl-Heinz Friedrich, Claudia Starke, Guido Tegtmeyer und Heiko Eppens mit den Siegern Falko Zipsner, Katja Kumlehn, Kira Dombrowski und Feizal Mujovic.

Autor:

Reinhold Krause

Den ersten Schuss zur Eröffnung des Wettbewerbes am Wochenende durfte Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich auf dem neuen Duellplatz abgeben.

Neu deshalb, da bislang die Bürgerkönigswürde während des Maibaumfestes, verbunden mit dem Tag der Vereine in einem Zelt neben dem Alten Rathaus ausgeschossen wurde. Jedes Jahr war ein anderer der drei Springer Schützenvereine für die Ausrichtung zuständig, obwohl es sich um einen Schießwettbewerb des Ortsrates handelt. Doch ab diesem Jahr wurden die Regularien geändert und die Teilnehmer zogen mit der Veranstaltung, unabhängig vom Maibaumfest am 7. Mai, 14 Tage früher, in das Schützenhaus an der Harmsmühlen-straße.

„Das bringt viele Vorteile mit sich“, sagt Heinrich Schwarze, Chef der Schützengilde. So seien die Ausrichter unabhängiger vom Wetter, denn für die aufsichtführenden Mitglieder der ausrichtenden Vereine sei es anstrengender gewesen, bei nasskalter Witterung im Schießzelt auszuharren.

Zudem hatten die Organisatoren mit eigenem Getränke- und Bratwurststand die Kosten dieser Veranstaltung deckeln können. Das war aufgrund der Kombination mit dem Maibaumfest nicht mehr gegeben, denn das hatten nun professionelle Anbieter übernommen und damit das finanzielle Ergebnis stark geschmälert. Beim letzten Mal konnten die Ausrichter nur knapp mit einer schwarzen Null abschließen, weiß Heiko Eppens, Schatzmeister des diesjährigen Ausrichters, der Schützengilde und betont: „Langfristig betrachtet sind wird nicht mehr bereit, das Risiko dieser eigentlich vom Ortsrat auszurichtenden Veranstaltung zu übernehmen.“

Auf Getränke und Bratwurst musste im Schützenhaus keiner verzichten: Premiere hatte die Klassifizierung der Königswürden. Statt der bisher üblichen Einteilung, Bürgerschützenkönig und Jungschützenkönig aus schießsporttreibenden Vereinen sowie Teilnehmer, die nicht dem Schützenwesen angehören, wurden in beiden Gruppen erstmals auch die Kinderschützenkönige ermittelt. Mitmachen konnten dafür alle Kinder von sechs bis elf Jahren.

Für diese Altersgruppe stand ein Lichtpunktgewehr zur Verfügung. Der Unterschied zum Gewehr mit einer Laser-Zieleinrichtung: das Gewicht. Während das Lasergewehr gut viereinhalb Kilogramm auf die Waage bringt, wiegt das andere nur etwa zwei Kilogramm. Stolz zeigte Schwarze eine neue Waffe, die sich seit etwa einem halben Jahr im Besitz der Schützengilde befindet, eine Lichtpunktpistole. Ein Leichtgewicht im Waffensegment, mit dem auch jüngere Schießsportler das Pistolenschießen üben können. Das Ausrichten des Bürgerkönigsschießens auf der Anlage an der Harmsmühlenstraße war der richtige Schritt, so Eppens. Hier können sich die Schießsportinteressierten auch mal an anderen Waffen, wie zum Beispiel Pistole oder Trommelrevolver üben. Auch mit der Beteiligung waren die Ausrichter zufrieden. Etwa 60 Personen hatten die Möglichkeit am Schießen um die Königswürde genutzt. Die drei Vereine unterstützen sich beim Königsschießen gegenseitig. Der Ausrichter betreibt das Protokollarische, während die Schießaufsicht von Mitgliedern, auch aus den Reihen der Jugendschützen, der anderen beiden Vereine übernommen wird.

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