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Lebhafte Debatte zur Siedlungspolitik

Bürgerinitiative: Fronten verhärtet

Springe (jba). Im zweiten Anlauf hat‘s geklappt: Die Bürgerinitiative für eine nachhaltige Stadtentwicklung mit dem markanten Kurznamen „Biss“ hat betroffene Bürger und Lokalpolitiker verschiedener Couleur an einen Tisch gebracht. Mit dem Ergebnis, dass sich die Fronten eher verhärtet haben.

Meinungsaustausch: Die Diskussionsrunde der Bürgerinitiative im

Mehr als zwei Stunden wurde im Tennisheim diskutiert. Unter der Moderation des ehemaligen Sparkassendirektors Karl Friedrich Hahn debattierte die Runde vor etwa 50 Interessierten über das Thema Siedlungspolitik mit Schwerpunkt Deisterkessel. Initiator Uwe Lampe sprach sich deutlich gegen die Ausweisung neuer Baugebiete in Randlagen am Fahrenbrink/Hamannsbruch aus. Bei einer schrumpfenden Zahl der Einwohner in der Kernstadt sei die steigende Größe der Neubauflächen unverantwortlich.

Zudem wirft Lampe der Verwaltung eine beschönigte Politik beim Thema Deisterkessel vor und fordert von SPD und FDP klare Aussagen über Absichten und Ausmaß der Neubebauung. Lampe zog das Hamelner Hottenbergsfeld als Negativbeispiel kommunaler Siedlungspolitik heran und warnte davor, es in Springe gleichzutun.

Biss-Initiator Rudolf Rantzau sorgt sich in diesem Zusammenhang um den Reiz der Innenstadt, die „Seele Springes“. Eine leere Kernstadt ziehe keine potenziellen Neubürger an. „Zusätzliche Neubaugebiete sind nicht erforderlich und derzeit finanziell auch nicht einfach umsetzbar“, sagte CDU-Ratsherr Wilfred Nikolay. Die Stadt müsse in erster Linie die Grundstücke am Großen Graben verkaufen, anstatt weitere Gebiete zu erschließen. „Hier fehlt eine präzise Strategie“, bemängelte Anwohner Jörg Wunder.

Der Erste Stadtrat Hermann Aden wehrt sich gegen diese Vorwürfe: „Wir haben einen gut funktionierenden Flächennutzungsplan und beschäftigen uns schon seit einiger Zeit mit dem Deisterkessel.“ Unterstützung erhält er dabei vom Chef des SPD-Ortvereins, Eberhard Brezski: „Wir brauchen Neubaugebiete, um die Zuwanderungen nach Springe zu steigern. So bleiben wir als Stadt familienfreundlich und können junge Familien an den Deister locken.“ Letzten Endes sind die Beteiligten einer Lösung nicht wirklich nähergekommen.



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