weather-image
25°

Bürgerinitiative „BISS“ meldet sich zurück

SPRINGE. Mit Politikerbefragungen, Stellungnahmen und Aktionen wehrte sich die Bürgerinitiative für eine nachhaltige Stadtentwicklung Springes gegen die immer wieder erwogene Bebauung des Deisterkessels und setzte sich für eine nachhaltige Stadtentwicklung ein. Jetzt sind einige der Macher von damals wieder da:

270_0900_32897_Innenstadt.jpg
zett2

Autor

Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

„BISS“ tritt beim millionenschweren Innenstadt-Ausbau auf die Euphorie-Bremse. Und fordert unter anderem einen Architektenwettbewerb.

Man wolle die Gestaltung der Innenstadt „nicht allein einem Investor überlassen“, sondern die Chance „zur Planung eines lebendigen und identitätsstiftenden Zentrums für Springe“ nutzen, sagt Initiativensprecher Rudolf Rantzau. Der Springer hatte während der aktiven „BISS“-Zeiten unter anderem zusammen mit dem damaligen SPD-Mann und heutigen parteilosen Ratsherr Uwe Lampe an der Spitze der Gruppe gestanden. Wenig später übernahm er gut ein Jahr lang den Vorsitz der Springer Grünen.

Man melde sich nun als Initiative zurück, schreibt Rantzau in einer Stellungnahme. Dass es einen Investor und einen neuen Ansatz für die Innenstadt gebe, sei „mutig und gut“, heißt es. Doch für das Einkaufs-Projekt würde Springe aus Sicht der „BISS“ „auch eine Menge opfern“: sowohl historische Gebäude als auch Immobilien, „die gerade erst einmal gut 30 Jahre alt sind“ – ein Verweis auf das heutige Woolworth-Haus mit Rossmann und Kik als Hauptmieter. Auch das verkehrsreduzierte Niederntor, die „städtebaulich gut gefasste Fünfhausenstraße“ sowie die barrierearme Fußgänger-Verbindung zwischen Nordwall und Niederntor sieht Rantzau in Gefahr – entweder durch den geplanten Neubau samt Parkplatz selbst oder durch die Auswirkungen auf den Autoverkehr.

Bei aller Euphorie über den neuen Rewe, die neuen weiteren Geschäfte und die 100 zusätzlichen Parkplätze müsse die Frage erlaubt sein, ob „das Richtige an der richtigen Stelle“ passiere. Konkret: „Soll der Kern der Stadt Springe in Zukunft durch einen Parkplatz gekennzeichnet sein?“ Das Vorhaben sehe in der derzeitigen Fassung eher aus, „als entstünde es auf der grünen Wiese“ – mit den Stellflächen vorne und dem Markt dahinter. Rantzau beklagt, man vermisse „das Einzigartige, das Identitätsstiftende“.

Stattdessen gelte es, für das „Stadtzentrum einer alten Ackerbürgerstadt“ deutlich verdichteter zu denken – mit Straßen, die direkt von Gebäuden gesäumt werden. Der Blick nach Wennigsen zeige, dass auch das klappe: Dort hatte sich Edeka im Zentrum an der Hauptstraße neu angesiedelt – die Parkplätze befinden sich jedoch rückwärtig. In Springe verschwänden stattdessen bekannte Gebäude, „ein Stück Identität“ – ohne, dass es bislang um das Thema zentrales Wohnen gehe.

Rantzaus Appell: Es gebe „nicht nur diese eine Lösung“: Stattdessen solle man sich Zeit nehmen für einen Wettbewerb unter Architekten und Stadtplanern, die Bürger einbeziehen. Davon werde auch der Investor profitieren, glaubt die „BISS“: Denn so entstehe statt eines Fremdkörpers ein Konzept, das auf breite Akzeptanz stoße: „Dazu gehört natürlich auch, dass wir Bürger verstehen müssen, dass auch ein Investor auf seine Kosten kommen muss“, so Rantzau.

Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare