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Gewaltszene nach Fußballspiel löst große Betroffenheit aus / Polizei ermittelt

Brutaler Übergriff schockiert Zuschauer

Springe. Es waren unschöne Szenen, die sich am Donnerstagabend auf dem FC-Sportgelände zugetragen haben: Drei Männer waren aufeinander losgegangen, sie prügelten sich vor den Augen der Zuschauer krankenhausreif. Die Polizei musste einschreiten. Der Verein denkt über Konsequenzen nach.

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Autor:

Markus Richter

Um 20.55 Uhr war der 46-Jährige gemeinsam mit seiner Familie auf dem Weg zum Parkplatz an der Harmsmühlenstraße. Unvermittelt sei er nach eigenen Angaben angepöbelt worden. Zwei Männer, Vater (47) und Sohn (19), sollen ihm aufgelauert haben. Demnach schlugen sie den 46-Jährigen nach einem Streit zu Boden, traten mehrfach gegen Oberkörper und Kopf ihres Opfers ein, das wehrlos am Boden lag. Ein Augenzeuge berichtet, dass die anderen Gäste geschockt von der Brutalität gewesen seien, Kinder vor Entsetzen schreiend wegliefen. Ein kleiner Junge musste mit ansehen, wie sein Vater misshandelt wurde. Zeugen riefen die Polizei, auch Sanitäter rückten an.

Die Beamten hörten von den vermeintlichen Tätern eine andere Version: Der 46-Jährige soll sie angegriffen, dem einen einen Kopfstoß, dem anderen einen Faustschlag ins Gesicht verpasst haben. „Wir werden den Hergang ermitteln“, sagt Springes Polizeichef Achim Bense. Die Kontrahenten haben sich gegenseitig wegen vorsätzlicher Körperverletzung angezeigt. Mit Platzwunden und Prellungen wurden alle drei im Krankenhaus behandelt.

Der Familienvater, der selbst ein Fußballteam im Stadtgebiet trainiert, hatte beim Spiel der zweiten Mannschaft des FC gegen Wennigsen als Schiedsrichter auf dem Platz gestanden. Die Auseinandersetzung jedoch soll nichts mit der Begegnung zu tun, sondern offenbar persönliche Gründe gehabt haben. Einige Sportler forderten umgehend Konsequenzen. Über die Niederlage der Hausherren sprach später keiner mehr.

FC-Boss Hans-Joachim Meier zeigte sich schockiert von dem Vorfall. „So etwas kann man nur verurteilen.“ Er kennt die beteiligten Familien persönlich und habe sie alle als vernünftige Leute kennengelernt. Zusammen mit dem Vorstand soll der Vorfall aufgearbeitet werden. Pikant ist auch, dass der 19-Jährige in der 1. Herren-Mannschaft des FC spielt. Meier: „Solange wir nicht genau wissen, was passiert ist, werden wir niemanden verurteilen.“

Fachleute haben festgestellt, dass es immer häufiger zu gewalttätigen Auseinandersetzungen rund um den Fußball kommt – auch und gerade in den unteren Spielklassen. Ein Thema, so aktuell, dass das Springer Fußballmuseum ihm gerade eine große Ausstellung widmet. Zuletzt wurde ein Fall am hiesigen Amtsgericht und vor dem NFV-Sportgericht verhandelt, bei dem es während der Partie zwischen Eldagsen und Steinkrug zu tumultartigen Szenen kam. Auch dort musste die Polizei eingreifen.



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