weather-image
14°

Brut- und Setzzeit: Tierhalter sollen Rücksicht nehmen

ALTENAGEN I. Ab Sonnabend beginnt wieder die Brut- und Setzzeit: Weil die heimische Wildtierwelt im Frühjahr ihren Nachwuchs zur Welt bringt, gelten dann besondere Regeln für Fußgänger und Hundehalter. Naturschützer und Jagdexperten appellieren, dass sich alle an die Vorgaben halten.

Ramona Schuster ist mit ihrem Rauhaardackel Jette in Altenhagens Feldmark unterwegs. FOTO: MISCHER
Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Hartmut Koch, bestätigter Jagdaufseher der Region Hannover, berichtet, dass er gute Erfahrungen damit gemacht hat, Hundehalter anzusprechen: „Die Gespräche sind fruchtbar und erzeugen Verständnis und ein gutes Miteinander“, sagt er. Im freundlichen Dialog, so sagt er, lenke er das Thema auch auf die Brut- und Setzzeit und die damit verbundenen gesetzlichen Vorschriften.

Die gelten vom 1. April und enden am 15. Juli. Koch: „Der Jäger ist nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, das Wild zu hegen und zu pflegen.“ Während der Zeit sind Feld und Flur eine einzige große Aufzuchtstation für etliche Wildtiere. „Ständige Unruhe und plötzliche Störung erzeugen panische Flucht“, sagt der Jagdaufseher. Und appelliert daher an Fußgänger, die bekannten Wege nicht zu verlassen.

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) bittet Heimtierhalter um Rücksicht. Die Vorstellung von Hundebesitzern, ihr Hund jage nicht, gehe an der Realität vorbei. „In einem Hund steckt immer noch der Wolf“, sagt Reinhard Löhmer, Artenschutzexperte des Bund. „Der Jagdinstinkt lebt im Hund weiter. Er wird durch Wildtiere ausgelöst, die der Hund meist schneller entdeckt als man selber.“

Selbst wenn der Hund das Wildtier nicht erbeuten kann, reagiere es angeborenermaßen mit Flucht. Allein die Anwesenheit von Hunden sorge für Stress und Todesangst bei Vögeln und Säugetieren. Gerade in Zeiten mit Nahrungsengpässen könne das den nachträglichen Tod bedeuten. Deshalb appelliert der Experte eindringlich an Hundehalter, ihre Tiere stets an der Leine zu halten.

Sogar Katzenhalter nimmt der Bund in die Pflicht. „Die Anwesenheit von freilaufenden Katzen löst ebenfalls Dauerstress unter Wildtieren aus.“

Bei Vögeln könne dies zur Aufgabe von Bruten und zu verringertem Bruterfolg führen. An Katzenbesitzer appelliert Löhmer deshalb, ihre Lieblinge zur Brut- und Setzzeit und vorzugsweise gar bis Mitte August im Haus zu halten.

Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare