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Pannenserie setzt sich fort: Stadtwerke-Neukunden verunsichert / „Telefone stehen nicht mehr still“

Briefe von Eon Avacon stiften Verwirrung

Springe (mf). Springer, die sich für die neuen Stadtwerke als Stromlieferanten entschieden haben, brauchen gute Nerven. Die Pannenserie reißt nicht ab. Wie gestern bekannt wurde, hat Eon Avacon offenbar mehrere hundert bereits abgewanderte Kunden mit irreführenden Briefen in Aufregung versetzt.


Betroffen sind hauptsächlich Haushalte, die zum 1. Januar oder 1. Februar zu den Stadtwerken Springe gewechselt haben. In den gleichlautenden Schreiben des Helmstädter Energieversorgers heißt es: „Selbstverständlich bleiben Sie dennoch weiterhin Kunde der Eon Avacon Vertriebs GmbH.“ Gleichzeitig werden den Kunden mit der Post neue Vertragskontonummern und Abschläge für die nächsten Monate mitgeteilt.

„Unsere Telefon standen nicht mehr still“, schimpft Stadtwerke-Geschäftsführer Helmut Rohmann. Es seien mindestens 200 Anrufe verunsicherter Neukunden eingegangen. Der Vorgang sei für die Stadtwerke sehr ärgerlich. „Wir können den Betroffenen nur empfehlen, diese Schreiben in unserem Kundenbüro abzugeben und eventuellen Bankeinzügen zu widersprechen. Zahlungen sollten keinesfalls geleistet werden.“

Ob sich um ein technisches Versehen handelt, wie Rohmann vermutet, konnte Eon Avacon-Geschäftsführer Thomas Nevermann bis zum Abend nicht klären. Er versprach aber: „Wir werden das intensiv prüfen. Falls wir einen Fehler gemacht haben, kann ich mich nur jetzt schon dafür entschuldigen.“

Auch an anderer Stelle scheint Eon Avacon die Situation in Springe noch nicht im Griff zu haben. So wartet Gabriele Kellner seit knapp dreieinhalb Monaten auf eine Schlussabrechnung und die Erstattung zu viel gezahlter Abschläge. Die Pächterin der Gaststätte Zur Mühle wechselte zum 1. Dezember von Eon zu den Stadtwerken. Mehrfach habe sie über eine teure Service-Nummer telefonisch um Klärung bitten müssen – vergeblich. „Erst wurde behauptet, ich hätte die Zählerstände nicht gemeldet“, sagt sie. „Obwohl nicht nur ich selbst, sondern auch die Stadtwerke dies frühzeitig getan haben.“

Später habe man ihr dann endlich die Zahlung binnen acht Tagen zugesagt. „Doch darauf warte ich nun auch schon wieder drei Wochen“, so Kellner sauer. Es gehe immerhin um eine Erstattung von 800 bis 1000 Euro.

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