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Prozess am Landgericht endet mit dreieinhalbjähriger Haftstrafe / Schwere Persönlichkeitsstörung

Brandstifter muss für lange Zeit hinter Gitter

Springe/Hannover (hil). Der Mann, der am 2. November die Wohnung seines Bekannten in Springe angezündet haben soll, ist gestern wegen schwerer Brandstiftung zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Die 12. Strafkammer des Landgerichts Hannover befand den 30-Jährigen der Tat für schuldig und folgte damit weitgehend den Ausführungen des Staatsanwaltes, der vier Jahre Haft gefordert hatte.


Der Täter und der Geschädigte lebten bis zum Vorabend der Tat gemeinsam in der Wohnung „Am Steinberg“. Kennengelernt hatten sie sich bei einer Alkohol-Entziehungskur. Nach einem Streit setzte der Wohnungsbesitzer den 30-Jährigen vor die Tür.

In der Urteilsbegründung machte der Vorsitzende Richter Ralf Günther deutlich, dass er keine Zweifel an der Schuld des Angeklagten habe. „Zur Tatzeit hat er noch einen Wohnungsschlüssel des Geschädigten besessen“, so der Richter. Die Feuerwehrleute hatten ausgesagt, dass die Wohnung des Geschädigten beim Brand verschlossen gewesen sei. Sie müsse also zuvor geöffnet worden sein.

Ein weiteres Indiz gegen den Angeklagten sei die Erhebung der Verkehrsdaten von dessen Handy, das sich zur Tatzeit eindeutig in der Nähe des Tatortes befunden habe. Auch habe der Angeklagte bei seinen Telefonaten mit dem Geschädigten Täterwissen preisgegeben. „Er konnte nicht wissen, dass die Herdplatte angestellt und eine der Brandursachen war“, führte der Vorsitzende Richter aus.

Die Feuerwehrleute hätten zudem die Dienstanweisung, nicht über Brandursachen zu sprechen. Selbst, wenn sie sich daran nicht gehalten hätten, wäre es für den Angeklagten unmöglich gewesen, Gespräche aus dem dritten Stockwerk im Erdgeschoss mitzuhören.

Bei dem Täter liege zwar eine schwere Persönlichkeitsstörung vor, ebenso befinde er sich in einer schwierigen Lebenslage. Dennoch habe der Mann die Brandstiftung gründlich geplant, so der Richter. „Mir wäre wohler, wenn ich Sie wegen verminderter Schuldfähigkeit in den Maßregelvollzug hätte einweisen können.“ Der Richter warnte den Angeklagten davor, weitere Taten zu begehen. Dann müsse er mit Sicherungsverwahrung rechnen.



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