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Warum die Firma SMRS Erfolgsgeschichte schreibt / Schwertransport aus Springe für Frankreich

Bisons Erben kämpfen – und sie produzieren

Springe (ric). Es ist eine kleine Erfolgsgeschichte, hervorgegangen aus dem Konkurs der Bison-Werke Mitte der 90er-Jahre: An der Industriestraße haben viele der früher Beschäftigten neue Jobs in neuen Firmen erhalten. So auch beim Springer Maschinen- und Reparatur-Service (SMRS). Für das Unternehmen war der gestrige ein besonderer Tag.

Ein dicker Brocken: Dieser komplett in Springe produzierte Dosierbunker wiegt 19 Tonnen und ist 18,5 Meter lang. Fotos: ric/ger

Vier Monate haben die Angestellten an einer riesigen Maschine gebaut. „Eine der größten, die je vom Hof gingen“, erklärt Prokurist Hubertus Japes. Sie ist achtzehneinhalb Meter lang, dreieinhalb Meter breit und vier Meter hoch – und die Überführung ins französische Casteljaloux gilt als logistische Herausforderung für Spediteure und Werksangestellte. Am späten Vormittag sind die Arbeiter noch nicht dort, wo sie mit dem 32 Meter langen Schwerlasttransporter eigentlich seien wollen. Er soll den 19-Tonnen-Koloss in die 1400 Kilometer entfernte französische Region Aquitanien bringen. Mit Polizeieskorte und Warnauto. Schon in Springe stehen zwei kritische Punkte der Route an: der erste bei der Bahnunterführung in Richtung Osttangente, der zweite bei der Auffahrt zur Bundesstraße. Die soll kurzfristig gesperrt werden, wenn der Transport planmäßig vom Hof rollt. Wenn, denn wegen der Witterung sind Teile des Riesen-Lasters eingefroren, außerdem lässt er sich auf dem eisglatten Untergrund nur Zentimeter für Zentimeter zur Produktionshalle bewegen. In Deutschland kann der Transport nur nachts rollen, in Frankreich nur tagsüber. Die Reise soll bis zu einer Woche dauern, Wetterkapriolen nicht mit eingerechnet.

In der Halle steht er, der Stolz von SMRS, ein sogenannter Dosierbunker mit 100 Kubikmetern Fassungsvermögen. Damit sollen in einem Holz verarbeitenden Betrieb Dämmstoffplatten für den Hausbau gefertigt werden – gerade in Frankreich ist die Nachfrage aufgrund gesetzlicher Energiebestimmungen enorm, weiß Japes. Technik für europäische Nachbarn, gefertigt am Deister, sozusagen. Das Auftragsvolumen liegt bei rund 280 000 Euro. Im vergangenen Jahr gelang der heimischen Firma ein noch größerer Clou, sie produzierte eine Maschine für den nigerianischen Markt im Wert von einer Million Euro.

20 Beschäftigte zählt die Firma, die 1998 durch das Engagement von Rolf Mund, Klaus Poppenreuter und Hajo Binder ins Leben gerufen wurde, hinzu kommen zeitweise zehn oder mehr Leihkräfte. Fast alle Festangestellten sind frühere Bison-Mitarbeiter, „bringen das alte Know-how mit ein“, wie Prokurist Hubertus Japes sagt. Im vergangenen Jahr ist SMRS in eine neue Fertigungshalle umgezogen, die Büroräume befinden sich weiter entfernt auf dem großen Areal an der Industriestraße.

Unter erschwerten Bedingungen wird die Maschine auf einen 32 Meter langen Transporter verladen.
  • Unter erschwerten Bedingungen wird die Maschine auf einen 32 Meter langen Transporter verladen.

„Die Wirtschaftskrise haben wir durch Flexibilität überstanden“, sagt Mund. Heißt: Wenn die Nachfrage nach neuen Maschinen ins Stocken gerät, setzten die Springer vermehrt auf Wartung und Service. Ein Selbstläufer ist das Geschäft in der Branche allerdings nicht. „Wir kämpfen weiter um Aufträge“, sagt Japes und fügt hinzu: „Auf dem Bison-Gelände sind alle Firmen eine große Familie, manchmal zwar Wettbewerber, aber trotzdem gibt es hier kein Hauen und Stechen.“



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