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Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Vereinsmitglied ein / „Können Zufall nicht ausschließen“

Bisonbrand: War es technischer Defekt?

Springe (mari). Der millionenteure Bisonhallen-Brand ist möglicherweise nicht dadurch entstanden, dass ein Vereinsmitglied vor der Halle Unkraut abgeflammt hat. Die Staatsanwaltschaft hält auch einen technischen Defekt für denkbar. Sie hat deshalb ihre Ermittlungen gegen den Sportler wegen fahrlässiger Brandstiftung eingestellt.

Mehr als 120 Feuerwehrmänner hatten im Juli vergeblich versucht, die brennende Bisonsporthalle zu retten. Anfangs sah alles nach

Die Bisonhalle ist am 14. Juli bis auf die Grundmauern abgebrannt. Der Trägerverein SC Bison Calenberg wurde dadurch heimatlos, der Stadt fehlt seitdem eine wichtige Sport- und Veranstaltungshalle. Noch während die Feuerwehr versuchte, das Gebäude zu retten, nahm ein Vereinsmitglied alle Schuld auf sich. Der 38-jährige Springer hatte morgens mit einem Gasbrenner Unkraut am Eingangsbereich vernichtet. Plötzlich habe er Rauch aus der Fassade quellen sehen und sofort Alarm geschlagen.

Um so erstaunlicher ist das Ergebnis, zu dem jetzt die Staatsanwaltschaft Hannover kommt. Sie hatte gegen den Mann wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt, doch der Vorwurf sei nicht haltbar, erklärt Sprecher Hans-Jürgen Lendeckel. „Wir können nicht ausschließen, dass der Brand dieses relativ alten Gebäudes durch einen technischen Defekt ausgelöst worden ist.“ Die zeitlichen Zusammenhänge wären dann zwar ein großer Zufall, „aber genau diesen müssten wir ausschließen können.“ Hinzu kommt: Selbst wenn fliegende Funken des Propangasbrenners zum Brand geführt haben, könne dem 38-Jährigen kein Vorwurf gemacht werden. Diese Erkenntnis stützt die Staatsanwaltschaft auf drei Punkte. Erstens: Der Beschuldigte habe nicht wissen können, dass hinter der Metallfassade der Sporthalle ein leicht entflammbares Holzständerwerk war. Zweitens: Der Mann habe sich „sozialadäquat“ verhalten, sei beispielsweise nicht betrunken ans Werk gegangen, sondern habe die Arbeiten sorgfaltsgemäß durchgeführt. Drittens: Weil es windig war und er Funkenflug vermeiden wollte, habe er sich extra mit dem Rücken zum Gebäude gestellt und die Flamme von sich gehalten.

Der Springer muss nun keinen Strafprozess mehr befürchten. Die jetzigen Erkenntnisse haben laut Lendeckel allerdings keine Auswirkungen auf einen möglichen zivilrechtlichen Prozess. Den könnte die VGH-Versicherung anstreben, über die das Gebäude abgesichert war.



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