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Nur 2 Prozent der Flächen für Energiegewinnung / Miserre: „Die Pflanze tut der Umwelt gut“

Biogas-Debatte: Landwirt verteidigt Maisanbau

Springe (ric). Während sich die Gegner der Biogasanlage am Schwarzen Koppelweg eingeschworen haben und wie berichtet am Freitag ab 18 Uhr im Kulturheim öffentlich tagen, kommt nun erstmals eine Stellungnahme aus dem Umfeld der zukünftigen Betreiber. Werner Miserre, Vater einer der vier beteiligten Teilhaber der Bioenergie-Gesellschaft und Landwirt mit jahrzehntelanger Berufserfahrung, sieht kein Problem mit dem Standort – und schon gar nicht mit dem vermehrten Maisanbau.

Ein Maisfeld an der Hamelner Straße. Biogasgegner fürchten Monokulturen, Landwirte halten dagegen. Foto: ric

Miserre verweist im Gespräch mit der NDZ auf jüngst veröffentlichte Zahlen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Demnach erhöhe sich zwar der Flächenbedarf für den Anbau von Energiepflanzen, gleichwohl liege er wesentlich niedriger als gemeinhin vermutet: In der Region Hannover werden aktuell nur 2 Prozent der Landwirtschaftsflächen für Maispflanzen und Co. verwendet, um damit Biogasanlagen anzufeuern. Aktuell gibt es 23 Anlagen in der Region – zum Vergleich: Im Landkreis Rotenburg (Wümme) sind es 129. In manchen Kreisen werden 28 Prozent (Soltau) der Äcker für die Erzeugung elektrischer Leistung verwandt.

„Wir haben in Springe heute deutlich weniger Mais auf den Feldern als früher“, versucht der heimische Landwirt Ängste durch die Entstehung von Monokulturen zu nehmen. Grund sei der enorme Rückgang der großen Viehbetriebe. In Springe gebe es nur noch einen. Zudem sei Mais eine „gesunde Pflanze“, die mit vergleichsweise wenig Chemie behandelt werden muss. Und: „Mais tut der Umwelt gut.“ Die Kultur stehe am längsten auf den Feldern und wandle damit am meisten Kohlendioxid um.

Den Standort am Schwarzen Koppelweg, der von den Gegnern scharf kritisiert wird, findet Miserre „nicht schlecht“. Schließlich sei er weit weg von den Wohnhäusern. „Ich meine nicht, dass die Anlage in der Landschaft stören wird.“ Auch den Ängsten, verursacht durch die Gefahr möglicher Störfälle, will der Springer entgegentreten: „Es wird aufgepasst, dass alles funktioniert“, versichert er. Allein aus dem Interesse, dass sonst für längere Zeit kein Geld eingenommen werde, wenn es Probleme mit der Umwandlung der Energiepflanzen in Strom und Wärme gebe.

Der Landwirt ärgert sich über „Leute, die nur meckern“. Wer keinen Atomstrom will und keine Windräder vor der Haustür, müsse Alternativen in Kauf nehmen.



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