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Maria Flachsbarth besucht Anlagen in Springe – und muss dafür Auto fahren

Biogas und Diesel

Springe. Es ist ein Umstand, den Dr. Maria Flachsbarth bedauert: dass sie nicht mal eben das Fahrrad nehmen kann, um zu ihren Terminen zu gelangen. Auch nicht auf ihrer „Energietour“, die sie gestern nach Springe führte.

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Autor:

Markus Richter

98 Prozent des Individualverkehrs bewege sich mit Autos auf der Straße. „Ein Problem, dem wir uns in der Energiewende annehmen müssen“, findet die heimische CDU-Bundestagsabgeordnete. Gerade auf dem Land sei eine Abkehr jedoch oft schwierig. So kamen Flachsbarth und ihr junges Wahlkampfteam mit einem von Diesel angetriebenen Wagen an den Schwarzen Koppelweg. Die dortige Biogasanlage lobte die Abgeordnete als vorbildlich in Bezug auf die Wärmenutzung. Bürgermeister Jörg-Roger Hische, Aufsichtsratchef der Stadtwerke, die das Produkt von der Betreibergesellschaft aufkauft, sprach von „landesweit einzigartigen“ Merkmalen.

Betreiber Friedrich Henkels erläuterte die Details – und äußerte Befürchtungen: „Können wir sicher sein, dass sich die nächste Regierung an das EEG hält?“ – das Erneuerbare Energien-Gesetz. Die Investition in Springe – laut Henkels rund 6 Millionen Euro – sei „bei Weitem kein Selbstläufer“. Auch nicht für die Stadtwerke als Partner. Flachsbarth sicherte Unterstützung zu, an bestehenden Verträgen werde nicht nachträglich gerüttelt. Am Sonnabend wird die Parlamentarierin zum Abschluss ihrer Tour auf Bundesumweltminister Peter Altmaier treffen, der inzwischen wieder Abstand genommen habe von der Idee, Förderungen zu senken. Flachsbarth beschäftigt sich nach eigenen Angaben seit vielen Jahren mit erneuerbaren Energien. Und fragte bei Henkels gezielt nach, etwa zum Maisanbau. Der Landwirt aus Bockerode erläuterte: Sämtliche Rohmasse werde auf seinen und den Feldern der Mitbetreiber in der Nähe hergestellt – „und trotzdem halten wir die Dreifruchtfolge ein“. Die „Vermaisung“ sei in Springe kein Thema: Nur auf jedem zehnten Hektar Ackerfläche stehe eine Maispflanze. Auch das Material, das nach dem Gärprozess übrig bleibt, komme als Dünger zurück auf die eigenen Felder. Weizen gebe es vor Ort deutlich mehr. Das Getreide – und dessen schwankender Marktwert – sei auch der Grund für den Bau der Biogasanlage gewesen. Zusammen mit Dr. Stefan Ludewig von den Stadtwerken besuchte Flachsbarth im Anschluss das Blockheizkraftwerk im Hallenbad – per Auto.



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