weather-image

Bildungsoffensive auf dem Biohof: Minsterbesuch in Springe

SPRINGE. Der Eschenhof bietet künftig Bildungsangebote zur Biolandwirtschaft an. Es soll Projekte für Kindergärten, Grundschulen und weiterführende Bildungseinrichtungen geben. Die Nachfrage nach Bio-Bildung ist groß. Davon überzeugte sich am Montag auch Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD).

Auf dem Hof mit dem Minister: Grant Hendrik Tonne lauscht den Auszubildenden und gibt anschließend Fernseh-Reportern ein Interview. FOTOS: MISCHER
Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Geladen zu dem Austausch auf dem Bauernhof in Springe hatte das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen, das Bauern bei der Umstellung auf Ökolandbau berät und Bildungsveranstaltungen zu dem Thema organisiert. Und genau da stieß das Kompetenzzentrum beim Eschenhof auf offene Ohren und Herzen. „Es ist wichtig, dass die Menschen lernen, dass es gerade beim Huhn verschiedene Haltungsformen gibt“, sagt Gerrit Bartels vom Eschenhof und ergänzt, „es ist wichtig, dass die Menschen die Unterschiede zwischen den Haltungsformen verstehen – und dass sie wissen, was es bedeutet, wenn das Fleisch billig verkauft wird.“

Deshalb soll es auf dem Hof ab kommendem Jahr neue Bildungsangebote für Kinder, Schüler und Jugendliche geben, die genau für diese Themen sensibilisieren sollen. Katrin Bartels, gelernte Erziehungswissenschaftlerin und Bauernhofpädagogin, möchte damit ihren Teil dazu beitragen, dass Wissen über Biolandbau breiter in der Gesellschaft verankert wird.

20 Schüler der Justus-von-Liebig-Ökoklasse wussten dem Minister zu berichten, dass das dringend notwendig sei – immerhin lernten sogar die meisten Landwirtschaftsschüler noch die konventionellen Anbau-Methoden. Dabei sei die Nachfrage nach dem Wissen über nachhaltige Anbautechnik groß – ebenso wie für die erste Öko-Berufsschulklasse Niedersachsens in Hannover, die sie besuchen. Landwirtschaftsschüler aus der gesamten Republik melden sich dort an. In der Klasse einen Platz ergatterte übrigens auch die Auszubildende des Eschenhofs.

Groß war auch das Interesse regionaler und überregionaler Medien an der Info-Veranstaltung auf dem Hof. Dessen Leiter, Friedrich Bartels, wusste zu berichten, dass der Betrieb an der Industriestraße früher bereits Lernort für Schulen und Bildungseinrichtungen gewesen sei. Weil die Bedeutung der Landwirtschaftskompetenz wachse, nimmt der Eschenhof Schüler- und Kindergartenbesuche wieder oben auf die Tagesordnung. „Es ist einfach wichtig, dass Kinder und Jugendliche auch mal Hühnerkacke riechen“, sagte er. Der Hof verfüge über maßgeschneiderte pädagogische Konzepte für jede Altersklasse.

Wie aufs Stichwort marschierte just in dem Moment eine Gruppe der Deisterkrümel über den Hof. Sie waren gerade von Katrin Bartels durch die Hühnerzucht geführt worden und hatten Tiere gefüttert.

Minister Tonne hörte sich das Lob der Berufsschüler für die Öko-Klasse an, die ab dem dritten Lehrjahr angeboten wird. Mit Blick auf die unterschiedlichen Herkünfte der Schüler – sie kommen aus der gesamten Bundesrepublik, weil es bundesweit offenbar keine vergleichbare Biolandbau-Klasse gibt – äußerte er die Hoffnung, die jungen Leute blieben, „wenn Sie fertig sind, hier in Niedersachsen“.



Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt