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Bilanz: Der Tag nach dem Unwetter „Alfred“

SPRINGE. Am Ende kam es dann doch nicht so schlimm, wie die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes hätten befürchten lassen: Aber Tief Alfred hielt die Einsatzkräfte aus Springe und den Ortsteilen dennoch ziemlich auf Trab. In unserer Übersicht ziehen Hilfsorganisationen und Betroffene eine Hochwasserbilanz.

Die Feuerwehr prüft in Eldagsen, ob die zahlreichen Sandsäcke für die Wassermenge ausreichend sind. FOTO: HERRMANN

Besonders positiv stellt Dirk Werz, Ortsbeauftragter des Technischen Hilfswerks (THW) in Springe, die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr heraus: „Das hat alles super geklappt.“ Die Ehrenamtlichen waren mit 22 Personen vom Ortsverband im Hochwassereinsatz in und um Eldagsen. Werz selbst fungierte als Fachberater für die Einsatzleitung – die hatte die Feuerwehr inne. „Ich konnte erklären, welche Fähigkeiten das THW hat und wie wir sie einbringen können“, berichtet Werz.

Besonders aktiv waren die Technik-Experten bei der Sandsackfüllstation im Kloster Wülfinghausen – und übernahmen in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr sowohl die Befüllung als auch die Abgabe. Und auch die Sandsäcke kamen vom THW: „Für solche Fälle haben wir immer drei Gitterboxen vorrätig.“ Die Männer in den blauen Uniformen waren auch im Fronteinsatz am Wasser – und leiteten in Eldagsen gleich einen ganzen Bach um. Mittels sogenannter Big Bags, großer mit Füllmaterial vollgepackter Säcke, wurde einem reißenden Fluss, der eigentlich ein Bach ist, die Wucht genommen – und dadurch möglicherweise die Stadt Eldagsen vor einer großflächigen Überflutung bewahrt.


Im Waldbad Altenhagen ist die Lage weiterhin angespannt. Dort liefen Schlammlawinen vom Wald in das Becken. Das Wasser musste komplett abgelassen werden, sagt Vereinsvorsitzender Klaus Meyer. Vom Unwetter sei dort ein Bachlauf mit Ästen und Laub verstopft gewesen, was dazu geführt habe, dass das Wasser vom Wald über die Straße bis zum Freibad lief. Die Einrichtung ist seit gestern geschlossen. Die Feuerwehr hatte das Becken gereinigt. „Wir müssen das in einem zweiten Schritt noch einmal gründlich reinigen und dann dauert es mindestens vier Tage, bis das Becken wieder vollgelaufen ist“, sagt Meyer. Er rechnet damit, dass Schwimmer nicht vor Ende kommender Woche wieder ihre Bahnen ziehen können. Die große Feier zum 85. Bestehen am Wochenende soll aber wie geplant stattfinden. Geklärt werden muss jetzt, ob die Versicherung die Kosten trägt.


Die Polizei hat das Hochwasser vor allen Dingen in Sachen Straßensperrungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen im Zusammenhang mit unter Wasser stehenden Fahrbahnen auf Trab gehalten. Sieben mal mussten die Beamten dabei ausrücken, und im Zweifelsfall die Straßenmeisterei beauftragen, neue Schilder oder Straßensperren aufzubauen.


Eigentlich hatte er sich in seinem Urlaub mal nicht mit den Ereignissen in Springe befassen wollen. Keine Mails lesen, die Medien außen vor lassen – so der Plan von Bürgermeister Christian Springfeld. Bis er eine Nachricht von seinem Schwager erhielt. Ob er denn auch gerade in Eldagsen bei dem Hochwasser im Einsatz sei, fragte der. „Danach saß ich auf heißen Kohlen und konnte nicht einfach mit meinen Kindern auf den Spielplatz gehen“, sagt Springfeld.

Er spricht der Freiwilligen Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk und den vielen helfenden Händen für den „unermüdlichen Einsatz“ seinen Respekt und den größten Dank aus. In Bruchteilen von Sekunden habe die Einsatzleitung wichtige Entscheidungen treffen müssen, um Schlimmeres zu verhindern – wie etwa mit schwerem Gerät reißende Bäche umzuleiten und neue Bachbetten zu baggern. Vor allem die Professionalität, mit der das Szenario bewältigt wurde, habe ihn beeindruckt.

„Man darf dabei nicht vergessen, dass es sich bei den Einsatzkräften um Ehrenamtliche handelt – das ist eine wahnsinnige Leistung.“ Zahlreiche überflutete Keller seien zwar ärgerlich, aber es hätte schlimmer ausgehen können. Begeistert sei Springfeld auch vom zwischenmenschlichen Zusammenhalt gewesen, „das ist einfach toll zu sehen.“


Erfreulich: Keine Auswirkungen hat der Dauerregen auf die Planungen für das Musikfestival


Rock am Deister. Laut Organisator Julian Baruth wird das Festival auf jeden Fall stattfinden. Zugleich hofft er darauf, dass die Besucher nicht von oben nass werden – „darum, dass sie keine nassen Füße von unten bekommen, kümmern wir uns“. Auf dem Festivalgelände fließe das Wasser rasch ab.“shrm/rtm/sah



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