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Betriebshof in Eldagsen: Gutachten empfiehlt Schließung

ELDAGSEN. Ein Gutachten, das das Nahverkehrsunternehmen Regiobus in Auftrag gegeben hat, empfiehlt, die Betriebshöfe in Eldagsen und Wunstorf zu schließen. Das haben die Regiobus-Geschäftsführer am Mittwochmittag in Hannover bekannt gegeben. Beschlossen ist aber offenbar noch nichts.

Laut des Gutachtens soll als Ersatz für die Betriebshöfe in Eldagsen und Wunstorf ein neuer Betriebshof im Bereich Ronnenberg/Gehrden entstehen. Allerdings gibt es offenbar noch keinen Beschluss zu den Empfehlungen des Gutachtens. Der Aufsichtsrat des Nahverkehrsunternehmens, das zu 97,7 Prozent der Region Hannover gehört, tagt am Donnerstag und Freitag. Dort steht das Thema ganz oben auf der Tagesordnung. Alle weiteren Details und Entwicklungen zu dem Thema gibt es auf der Internetseite der Neuen Deister-Zeitung.

Im März 2018 wurde der Gutachter VCDB (VerkehrsConsult Dresden-Berlin GmbH) in Kooperation mit BbA (Dr. Bruns & Felzer Unternehmensberatung) von Regiobus beauftragt, ein langfristiges Betriebshofkonzept zu erarbeiten. Vorausgegangen war Anfang 2016 der Beschluss, den Betriebshof in Eldagsen nach den Bränden in 2014 und 2015 an gleicher Stelle wieder neu zu errichten. Im Mai 2017 wurde daraufhin ein Förderantrag zur Unterstützung der Finanzierung bei der LNVG eingereicht, der Anfang Januar 2018 jedoch zunächst abschlägig beantwortet wurde. Der Betriebshofneubau in Eldagsen wurde daraufhin zunächst gestoppt.

„Zwischenzeitlich gab es allerdings unabhängig vom Förderantrag neue Erkenntnisse, die eine grundsätzliche Neubewertung der Standortsituation aller regiobus-Betriebshöfe gegenüber 2016 sinnvoll erschienen ließen“, erklärt regiobus-Geschäftsführerin Elke van Zadel. „Dazu zählen vor allem die Umstellung auf Elektromobilität und das veränderte Fahrplanangebot ab 2020.“

Ein verändertes Angebot der regiobus im Umlandverkehr ab 2020, das eine Reduzierung von 1,4 Millionen Fahrplankilometern vorsieht, soll vor allem die Sprinterlinien und weitere Premiumlinien im Umland stärken und das Angebot der nachfrageschwachen Linien insbesondere am Rand der Region entsprechend anpassen. Damit geht auch eine Neuausrichtung und Optimierung der Subunternehmer-Leistungen einher. Ebenso einschneidend sind die notwendigen technischen und flächenmäßigen Voraussetzungen auf den Betriebshöfen für die Umstellung auf Elektromobilität auf den Sprinterlinien der regiobus.

Darüber hinaus sind auch die zwischen Region Hannover und regiobus vereinbarten Einsparziele im Zuge der Vergabe der Verkehrsleistungen ab 2020 relevant. Kostenreduzierungen von 2,6 Millionen Euro erfordern strukturelle Änderungen vor allem im Fahrdienst, aber auch in anderen Funktionsbereichen. Der Zustand der regiobus-Betriebshöfe insgesamt, deren Alter und aktuelle Ausstattung würden in den kommenden Jahren ohnehin erheblichen Sanierungs- und Investitionsbedarf aufwerfen.

VCDB und BbA wurden daher beauftragt unter diesen Prämissen ein langfristiges Betriebshofkonzept zu ermitteln, dass die Anzahl und Lage, die funktionale Ausrichtung, die Kapazität und Ausstattung der zukünftigen Betriebshofstandorte berücksichtigt und eine wirtschaftliche Bewertung vornimmt.

In einem ersten Arbeitsschritt wurden vom Gutachter die aktuelle Ausgangssituation auf den fünf Betriebshöfen und das zukünftige Fahrplanangebot ab 2020 erfasst. Letzteres wurde dann auf den bestehenden Standorten mit den derzeit bestehenden Abstellkapazitäten, Funktionen und der Vergabe von Leistungen an Subunternehmern abgebildet („Basisszenario“). Im nächsten Schritt wurden dann die Fahrplanumläufe für verschiedene mögliche Standortvarianten entsprechend verschoben und neu berechnet. „Es gab dabei keine Denkverbote“, betont regiobus-Geschäftsführerin Regina Oelfke, „Wir haben uns da zunächst die maximale Freiheit erlaubt.“ So wurde beispielsweise auch eine sogenannte Zentralvariante mit nur einem einzigen Betriebsstandort, in diesem Fall in Seelze, berechnet. „Es hat sich aber sehr schnell gezeigt, dass eine solche Variante nicht in Frage kommt, da sie nicht wirtschaftlich ist. Wir würden unter anderem viel zu viele Leerkilometer haben“, so Oelfke. Aus allen Varianten wurden drei konkrete Standortvarianten genauer betrachtet und – auch wirtschaftlich – bewertet und aus diesen dann eine sogenannte Vorzugsvariante abgeleitet. Parallel zu diesem Arbeitsschritten wurden außerdem entsprechende Potenziale für die relevanten Kernfunktionsgruppen wie Fahrdienst, Fahrzeuginstand-haltung und Personaldisposition analysiert.

Diese Vorzugsvariante baut auf einer bestandsorientierten Basis auf. Sie geht von vier Betriebsstandorten in der Region Hannover aus. Neben den bereits bestehenden Betriebshöfen in Neustadt, Mellendorf und Burgdorf, wird es demnach einen neuen Standort im Bereich Gehrden bzw. Ronnenberg geben, der speziell auf Elektromobilität ausgerichtet ist und an dem die bisherigen Betriebshöfe Eldagsen und Wunstorf zusammengelegt werden. Der Betriebshof in Neustadt wird gemäß dem Vorschlag zudem erweitert und erhält größere Abstellflächen. Hier würde dann der Schwerpunkt für die Diesel-Fahrzeuge liegen - inklusive der zugehörigen Werkstatt. Die Betriebshöfe in Burgdorf und Mellendorf bleiben in ihrer bisherigen Größe bestehen. In dieser Variante ist von einer Reduzierung von 600 Leerkilometern und einem Einsparpotenzial von 390.000 Euro auszugehen.

Die Ableitung und Bewertung dieser Vorzugsvariante wird dem Aufsichtsrat der regiobus nun in einer Klausurtagung am 6. und 7. September detailliert vorgestellt und soll anschließend ausführlich diskutiert werden. Der Beschluss des Aufsichtsrates über das zukünftige Betriebshofkonzept und ggf. eine Empfehlung an die Gesellschafterversammlung wird erst Ende September erfolgen.




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