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Bennigser koordiniert mehr als 4000 Feuerwehrmusiker

BENNIGSEN. Er gibt bei der Feuerwehr den Ton an – zumindest musikalisch. Seit 2006 ist der Bennigser Rüdiger Finze Regionsstabführer. Heißt: Er koordiniert die 46 Musikzüge und leitet das Blasorchester der Region. Gleichzeitig ist der 66-Jährige auch noch Bezirksstabführer für den Bereich Hannover.

Rüdiger Finze nimmt mit seinen Musikern beim Umzug in Karlsbad im August 2017 teil. FOTO: Jeschonnek
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Als Regionsstabführer koordiniert er nicht nur die einzelnen Feuerwehrmusikzüge, sondern zeichnet auch langjährige Mitglieder für ihr Engagement in den Gruppen aus, erzählt der Bennigser. Die Auftritte werden meist von den Abteilungen selbst organisiert, während Finze dafür die Ausbildungen der Musiker plant und Lehrgänge koordiniert. Besonders in den vergangenen zehn Jahren habe sich das Bild der Feuerwehr-Musiker gewandelt: „Durch die Altersstruktur sind Probleme aufgetaucht in einigen Regionen. In den letzten zwei Jahren hat sich das wieder stabilisiert“, sagt Finze.

Während etwa in Springe intensiv daran gearbeitet werde, Musiker-Nachwuchs auszubilden, um so die Zukunft des Zuges zu sichern, sei in anderen Kommunen die Jugendarbeit zu kurz gekommen: „Da standen auch welche vor der Auflösung.“ Mittlerweile hätten aber viele erkannt, dass es ohne Nachwuchs nicht weitergehen kann. „Das braucht natürlich auch Ausbilder mit viel Engagement vor Ort, was meist der Fall ist.“

1490 Musiker spielen derzeit in den 46 Musikzügen, 152 von ihnen sind gleichzeitig im aktiven Feuerwehrdienst im Einsatz. „Beides nebenbei funktioniert gut.“

Nicht nur personell, auch musikalisch habe sich in den vergangenen Jahren viel getan: Weg von den traditionellen Märschen spielen die Aktiven auch moderne Filmmusik. Gerade im Trend: der Song von „Fluch der Karibik“, weiß Finze. Als Regionsstabführer ist er für sechs Jahre gewählt worden, damit ist er gleichzeitig im Vorstand des Regionsfeuerwehrverbandes und stimmberechtigt. Auf Bezirksebene sind es vier Jahre, gewählt wurde er in das Amt von den Kreisstabführern – und da würde er auch noch für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung stehen. Auf dieser Ebene Weser-Ems koordiniert er sogar mehr als 4000 Musiker aus acht Landkreisen, von Diepholz bis Northeim über Holzminden bis nach Hildesheim.

Was ihm besonders Spaß macht: Die Leitung des Regions-Blasorchesters, in dem auch zwei Musiker aus Springe mitwirken. „Die Dorfblick-Politik hat sich aufgelöst, die Grenzen in der Region sind gelockert, man geht jetzt aufeinander zu. Da hat sich das Denken geändert und man macht mehr gemeinsam“, so Finze. So seien schnell Kontakte und sogar enge Freundschaften entstanden.

2008 ist das Orchester zunächst als vorübergehendes Projekt gestartet. Doch es ging weiter: Bereits bei dem ersten Auftritt 2009 in Hannover wurden die Musiker auf einer After-Show-Party von einem Militärorchester nach Rumänien ans Schwarze Meer eingeladen, wo die Musiker 2010 auch waren. 2011 spielte die Gruppe in Bremen bei der „Musikschau der Nationen“ neben Profiorchestern, 2017 waren die Tonkünstler auch für Auftritte in Tschechien. Weil das Konzept aufgehe, wünscht sich Finze, ähnliche Projekte auf Bezirksebene zu realisieren. Seine Idee: Eine Musikparade, an dem ein Orchester aus jedem Kreis teilnimmt und auf diesem Festival sein Können und seine musikalische Entwicklung zeigt. „Dafür muss aber auch die Bereitschaft da sein.“

Während der Sommerferien hat Finze gerade weniger zu tun. Nach den Ferien stehen aber schon die Vorbereitungen für die großen Weihnachtskonzerte an. Zu Beginn des Jahres stehen vor allem Neujahrsveranstaltungen und Jahresversammlungen in seinem Kalender. Dann wird Finze wieder zahlreiche Mitglieder in der gesamten Region auszeichnen.

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