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Nach dem doppelten Unglück: Gewerbeaufsichtsamt nimmt umfangreiche Untersuchungen auf

Behörden verschärfen Ermittlungen in Eldagsen

Eldagsen (ric). Dass gleich zweimal hintereinander Personen auf derselben Baustelle auf die gleiche Art schwer verunglücken, ist auch für Experten ein extremer Sonderfall. Das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Hannover hat seine Ermittlungen nach der Eldagser Unglücksserie jetzt noch einmal verschärft.

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Am Montag war ein 21-Jähriger durch das Dach gebrochen und sechs Meter in die Tiefe gestürzt. Ein Unfall, der untersucht werden muss. Aus Sicht der Behörde wirkt der zweite Vorfall strafrechtlich deutlich schwerer: „Die Frage ist, ob gegen die auferlegte Verfügung verstoßen wurde“, heißt es aus Hannover. Montag waren Mitarbeiter des Amtes vor Ort, machten sich ein Bild von der Unglücksstelle und ordneten eine entsprechende Sicherung der Baustelle an.

Bei dem Mann, der sich dann am Mittwoch trotzdem auf dem Dach befand, soll es sich nicht um einen vor Ort beschäftigten Arbeiter, sondern um einen Speditionsfahrer aus Italien gehandelt haben. Er hatte die Konstruktion unberechtigt betreten, offenbar sogar im Beisein des Bauherrn. „Dem Bauherrn werden wir entsprechende Fragen stellen“, kündigte der Behördenmitarbeiter an, bevor er gestern mit der Berufsgenossenschaft nach Eldagsen ausrückte.

Die Situation ist auch für die Fachleute unübersichtlich: Es gibt im 55 000 Quadratmeter großen Gewerbepark Hallen- und Nutzflächen auf insgesamt 20 000 Quadratmetern. Unter den Dächern hat sich gut ein Dutzend Firmen eingemietet. Und auf einem Großteil der Hallen werden derzeit Elemente für eine Fotovoltaikanlage installiert – wie berichtet, will eine Firma aus dem Kreis Hildesheim für 1,5 Millionen Euro die mit Abstand größte zusammenhängende Solarfläche im Stadtgebiet errichten.

Auf der Baustelle sind mehrere Gewerke tätig, entsprechende Arbeitsschutzmaßnahmen werden normalerweise zwingend in einem speziellen Plan festgehalten. Nach den momentanen Erkenntnissen der Ermittler hatte die mit dem Abbau der alten Asbestplatten beauftragte Firma die Unfallstelle am Montag korrekt abgesichert. In der Verantwortung sei letzten Endes der Bauherr – er ist dafür zuständig, dass die Sicherung des Areals organisiert wird.



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