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Morgen Sondersitzung zum CDU-Fraktionsstreit / Kohlenberg: „Es herrscht Verunsicherung“

Baxmann schweigt – und Hische flirtet mit der SPD

Springe (zett). Während die CDU-Fraktion morgen Abend in einer Sondersitzung überlegen will, wie es nach der Eskalation des Konflikts zwischen Fraktionschef Wilfried Baxmann und Bürgermeister Jörg-Roger Hische weitergeht, hat der Verwaltungschef im Hinblick auf eine mögliche Einzelkandidatur bei der nächsten Kommunalwahl erste, zarte Bande zur Springer SPD geknüpft.


Dort habe ihm „jemand, den ich sehr schätze, gesagt, er könne sich vorstellen, dass ich dann auch Stimmen von der SPD bekäme“, sagte Hische gestern. Gleichzeitig betonte er, „dass ich nicht Krach mit meiner gesamten Fraktion habe, sondern nur mit einzelnen Personen – sicherlich lässt sich da eine Lösung finden“.

Genau das wollen die Christdemokraten morgen versuchen – es solle bei dem Gespräch allerdings weniger um den Streit zwischen Baxmann und Hische gehen, sondern vielmehr um „den Vertrauensbruch und die weitere Zusammenarbeit“, sagte Vize-Fraktionsvorsitzende Anette Henkels. In den E-Mails, die an die Öffentlichkeit gespielt wurden, drohte Hische wegen des Streits mit Baxmann sogar mit einem Verzicht auf die CDU-Bürgermeister-Kandidatur.

Frust abgelassen in der Fraktionssitzung

Hische fehlte am Montag Abend genau wie Baxmann, als sich die Fraktion am Rande ihres regulären Treffens schon mal mit dem Thema beschäftigt hatte. In der Sitzung habe „jeder seinen Frust rauslassen“ können, sagte Jürgen Kohlenberg, ebenfalls Baxmanns Stellvertreter: „Es herrscht jetzt natürlich Verunsicherung. So macht die Arbeit nicht mehr viel Spaß.“ Darüber, wer den brisanten Schriftwechsel nach draußen getragen habe, werde viel gemutmaßt, so Kohlenberg: „Letztendlich stehen wir alle unter Verdacht.“

In einer der Mails hatte der Bürgermeister dem Fraktionschef eine „häufig arrogante und belehrende, zuweilen aggressive und beleidigende Art“ vorgeworfen. Baxmann schweigt dazu – er wollte sich gestern im Vorfeld der Sondersitzung nicht zu dem Streit äußern.

Beim morgigen Treffen ist er aber dabei – Hische bleibt dagegen der Sitzung fern, auch auf eigenen Wunsch, wie er betont: „Es ist sinnvoll, dass die Fraktion jetzt erst mal zusammenkommt und sich eine Meinung dazu bildet.“ Auch dem Parteifrieden wäre das zuträglich – denn an der Basis beginnt es zu brodeln: „Es kommen immer wieder Fragen und Kritik von Mitgliedern und Wählern“, berichtet Henkels.



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